Wo die B 56 an der Einfahrt zur Entsorgungsanlage der RSAG die Swist überquert, befindet sich der historische Swistübergang Lützermiel. Hier sind Reste eines Straßendamms zu finden, dessen unterste Schichten nach archäologischen Befunden zu einem römischen Straßendamm gehörten. Die historische Straßentrasse führte vermutlich über den Kottenforst bis nach Bonn und war eine wichtige Transportstrecke. Heute informiert dort der Ortsausschuss Morenhoven über historische Landkarten und weist die ideale Fahrradstrecke der Rheinischen Apfelroute aus.
Wer hier mit dem Fahrrad ankommt und Richtung Norden nach Heimerzheim weiterfährt, sieht nach wenigen Metern wie der Jungbach in die Swist mündet und entdeckt kurz darauf direkt am Bach gegenüber von Gut Vershoven eine gepflegte Denkmalstätte, die zum Verweilen einlädt: Das Heiligenhäuschen.
1823 wurde das Heiligenhäuschen von Ferdinand Trimborn und Franziska Scheiff erbaut. Eine Tafel auf dem alten Friedhof in Bonn erinnert an die beiden.
Eine Steintafel am Bilderstock in Latein weist auf den Zeitpunkt der Erbauung des Denkmals hin. Auf einer weiteren Tafel steht der von Rainer Schmitz übersetzte Text:
„Zur Ehre Gottes und der seligsten Jungfrau Maria haben dieses Denkmal aus den Steinen der Kirche zu Capellen die Bürger Ferdinand Trimborn und Franziska Scheiff im Jahre 1823 gebaut“.
Von dem Übersetzer wird später noch die Rede sein.
Lateinische Inschrift am Heiligenhäuschen und Tafel mit der deutschen Übersetzung (Fotos: Klaus Peter Scholz)
Trimborn war Rentmeister des Grafen Belderbusch und später auch von Freiherr von Boeselager. Von Heimerzheim aus verwaltete er die Güter seiner Herrn.
In dieses Heiligenhäuschen ließ Trimborn eine 106 cm große barocke Anna Selbdritt Gruppe aus dem ehemaligen Damenstift Schillingskapellen stellen. Die Gruppe zeigt Jesus zwischen Anna und Maria auf einer Bank sitzend.
Der Ausdruck „Selbdritt“ ist ein altes Wort für „als Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“ und bezeichnet in der christlichen Ikonographie die Darstellung der hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Der Bildtyp gehört zu den Andachtsbildern, die sich im späten Mittelalter im Rahmen von Heiligenlegenden besonders häufig und vielgestaltig entwickelt haben. Die heilige Anna spielt in der Heiligenverehrung des Mittelalters als Großmutter Jesu eine bedeutende Rolle.
Die Figurengruppe, bei der Jesus zwischen Anna und Maria auf einer Bank sitzt, stand 134 Jahre in diesem Bilderstock und bot vielen Christen Gelegenheit zu einer stillen Andacht. Der Zeitverlauf hatte seine Spuren hinterlassen und so übernahm das Rheinische Amt für Denkmalpflege 1957 die Aufgabe, das Kunstwerk grundlegend restaurieren lassen. Es bekam danach einen sicheren Platz in der Hauskapelle von Burg Heimerzheim. Die Steine dieses Heiligenhäuschens stammen von der ehemaligen Klosterkirche Schillingskapellen.
Quelle: Broschüre Heiligenhäuschen von Rainer Schmitz
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