VEREIN ZEHNTHAUS e.V.

Swisttal-Odendorf/Essig     

Was war aktuell?

Zehnthaus, Am Zehnthof 1, 53913 Swisttal-Odendorf



Übersicht der vergangenen Termine

Jahr 2017

Posttower & Bönnsche Orte
Mittwoch, 5. April 2017 - Exkursion und Tagesführung: Kulturwart, Klaus Peter Scholz
Zehnthausverein lud ein zum Blick hinter Bonner Kulissen
„Wir hatten einen wunderschönen Tag voller Informationen, schöner Erlebnisse und Eindrücke“, schwärmte eine Teilnehmerin der Exkursion des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig nach Bonn. Unter der Leitung von Klaus Peter Scholz, Kulturwart des Zehnthausvereins, war eine Gruppe von 25 Personen in die nahe Bundesstadt gefahren, um der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dem Bundesrechnungshof (BRH) und dem Posttower Informationsbesuche abzustatten.
Trotz individueller Anreise fanden sich alle Teilnehmer pünktlich bei der bpb ein, wo sie ein Mitarbeiter der Einrichtung über Geschichte, Aufgaben, Ziele und Aktivitäten des Hauses informierte. Im Zentrum der Arbeit der Bundeszentrale steht die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Teilhabe. Aktuelle und historische Themen greift sie u. a. mit Veranstaltungen, Printmedien, Ausstellungen und Online-Angeboten auf. Denn Demokratie brauche eine lebendige und streitbare Zivilgesellschaft. Die könne nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger das gesellschaftliche Leben mitgestalten. Dazu leiste die bpb einen Beitrag.
Beim anschließenden Besuch beim BRH konnte man sehr schnell erkennen, ob die einzelnen Besucher schon mal etwas mit ihm zu tun hatten. Er ist ein unabhängiges Organ der Finanzkontrolle des Bundes und prüft dessen gesamte Haushalts- und Wirtschaftsführung. Während die Mehrzahl der Besucher interessiert dem Vortrag der Referentin folgte, funkten einige „Insider“ immer wieder mit gezielten Fragen zur Arbeit des BRH dazwischen. Die Vortragende konnte jedes Mal fachkundig antworten; ob sie die Fragenden damit immer zufriedenstellen konnte, sei dahingestellt.
Nach dem Mittagessen folgte ein gut halbstündiger Spaziergang zum Posttower, auf den sich die Meisten schon besonders freuten. Im Eingangsbereich wurde die Gruppe von einer Mitarbeiterin der Post in Empfang genommen und in einen Filmsaal geleitet. Dort wurde ihr zum Einstieg ein Film über den Posttower und sein Umfeld, von der Bauplanung bis zur Fertigstellung, gezeigt. Dann ging es über verschiedene Etagen und Stationen hinweg bis hinauf zur 40. Ebene, teils zu Fuß, teils mit den Aufzügen. Von jeder Ebene aus beeindruckten immer wieder wechselnde Aussichten, mal auf die Rheinseite und das Siebengebirge, mal auf Bonner Stadtteile, den Venusberg und andere linksrheinische Gebiete. Zwischendurch bekamen die Besucher immer wieder bautechnische Informationen zum Posttower. Der erhoffte Blick zum Kölner Dom blieb wegen des diesigen Wetters leider Wunschdenken.
Es war ein schöner Tag mit einem gelungenen Programm, das Klaus Peter Scholz für die Mitglieder des Zehnthausvereins organisiert und realisiert hatte. Das bestätigten ihm nicht nur einzelne Exkursionsteilnehmer. Auch Dr. Joachim Göbbels, Zweiter Vorsitzender des Zehnthausvereins, dankte Scholz für seine engagierte Arbeit, die er mit dieser Exkursion wieder einmal unter Beweis gestellt hatte.


Di., 14.03.2017, 20 Uhr, Zehnthaus

Sondengänger und Grabräuber im Rheinland
Referentin: Dr. Jennifer Morscheiser

Grabräuber gibt es nicht nur in Ägypten, Italien oder anderen geschichtsträchtigen Ländern, sondern auch hierzulande. Wobei sich deren Aktivitäten nicht auf Gräber beschränken, sondern von der Tätigkeit „graben“ abgeleitet ist. Über Grabräuber und Sondengänger, also diejenigen, die mit tragbaren Sonden die erhofften Funde aufzuspüren versuchen, berichtete Dr. Jennifer Morscheiser in einem Vortrag im Odendorfer Zehnthaus. Sie beklagte, dass auch hier im Rheinland und anderswo in Deutschland Archäologen und Historiker täglich mit solchen räuberischen und zerstörerischen Geschehnissen kämpften, wenn die Dimensionen auch weniger spektakulär seien. Der Raub von Einzelfunden könne archäologische Erkenntnisse im Fundzusammenhang unmöglich machen. Interessierte Heimatforscher und viele Ehrenamtler helfen bei solchen Problemen den Mitarbeitern der Bodendenkmalpflege. Ihr Einsatz sei unverzichtbar, um die vielen geborgenen Kleinfunde für die Öffentlichkeit zu erhalten.
Dr. Morscheiser berichtete aus dem Spannungsfeld vom Schützen und Präsentieren und gab Einblick in eine oft unterschätzte Problematik. Sie war selbst beim Landschaftsverband Rheinland in der Bodendenkmalpflege tätig und u. a. für spätrömische Ausgrabungen und die Betreuung von Sondengängern zuständig. Sie gilt daher als ausgewiesene Kennerin der Materie. Seit 2016 ist sie Direktorin des Krefelder Museums Burg Linn und in Personalunion für die Stadtarchäologie zuständig. Dass ihr die Sondengängerei nach wie vor am Herzen liegt, sieht man daran, dass sie auch jetzt noch Sondengänger betreut und entsprechende Aufgaben und Verantwortung für ganz NRW wahrnimmt. Sie machte deutlich, dass unter den Grabräubern das Unrechtsbewusstsein nur schwach ausgeprägt sei. Die Meinung, was ich finde, kann ich auch behalten, sei stark verbreitet. Das Wissen um die Verpflichtung, solche Funde bei der zuständigen Denkmalbehörde anzuzeigen, werde sehr häufig verdrängt. Auch bei öffentlichen Stellen herrsche oft Unklarheit. Daher halte sie solche Vorträge auch bei Polizeibehörden. Damit nicht noch einmal passiere, was sie erlebt habe. Da habe sie von einer geplanten Raubgrabung erfahren und die Polizei darüber informiert. Diese habe aber nichts unternommen, da sie den Vorgang scheinbar nicht recht einordnen konnte und es sich wohl allenfalls nur um eine Ordnungswidrigkeit handeln würde. Dr. Morscheiser präsentierte Ihre Ausführungen und Beispiele so fachlich überzeugend und gleichzeitig so humorvoll, dass im zahlreich erschienenen Publikum immer wieder Heiterkeit aufkam. Ein Zuhörer meinte später, wenn es eine Wahl zur besten Vortragsveranstaltung im Zehnthaus gäbe, wäre dieser Abend ganz vorn dabei.
In der anschließenden Diskussionsrunde gab es noch viele Fragen. Als dann auch die sehr begrenzten Haushaltsmittel für die Arbeit der Bodendenkmalpflege zur Sprache kamen, bot der im Publikum anwesende Professor für Geodäsie Dr. Manfred Bonatz von der Universität Bonn der Referentin an, mit seinen gravimetrischen Geräten kostenlos Unterstützung zu leisten. Mit den mikogravimetrischen Messungen dieser Geräten könne man von der Erdoberfläche aus Strukturen im Untergrund bestimmen, die auf Zeugen menschlicher Tätigkeit wie z. B. Mauern und Hohlräume hinweisen. Ebenfalls an einer solchen Zusammenarbeit interessiert zeigte sich Norbert Knauff vom Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt in Rescheid bei Hellenthal in der Eifel. Dort geht es darum, die Lage und den Zustand eines Stollens festzustellen. Bleibt abzuwarten, ob man von diesen Projekten hören wird.


Konzertabend mit klassischer Gitarre
Mittwoch, 15. Februar 2017, 20 Uhr, Zehnthaus
Kassandra Siebel - Klassische Konzertgitarre
Der gültige Kalender bietet traditionell rheinisch volkstümliche Musik. Unser Konzertabend hat uns in eine harmonische und besinnliche Stimmung entführt, an dem die klassische Gitarre den Ton angab. Beethoven, Mozart oder Chopin beispielsweise haben in ihren Kompositionen die Gitarre nur wenig oder gar nicht berücksichtigt. Aber auch die Werke dieser großen Meister lassen sich auf der Gitarre musizieren, in der Regel durch spätere Fremdbearbeitung. Zu allen Zeiten und Epochen gab es auch Komponisten, die speziell für die Gitarre Töne setzten.

Unsere Solistin, Kassandra Siebel, beherrschte ein vielfältiges Repertoire vom Barock bis zur Moderne. Sie wurde 1993 in Toulouse geboren und erhielt bereits mit sieben Jahren qualifizierten Gitarrenunterricht. Mehrfach war sie Preisträgerin bei „Jugend Musiziert“ und bei internationalen Musikfestivals. Bei international bekannten Gitarristen besuchte sie Meisterkurse und ist zur Zeit Studentin an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Kassandra Siebel tritt in zahlreichen Solo-Konzerten auf. So führte ihr Weg sie nun auch nach Odendorf.
Wir danken für ein besonderes Musikerlebnis im Zehnthaus mit viel Applaus.


Einladung zur Mitgliederversammlung des Vereins Zehnthaus e.V. am Dienstag, 7. Februar 2017, 19.30 Uhr, Zehnthaus in Swisttal-Odendorf 
Tagesordnung 
1. Begrüßung durch die 1. Vorsitzende
2. Feststellung der form- und fristgemäßen Einladung
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Bericht der 1. Vorsitzenden mit anschließender Aussprache
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Entlastung des Vorstands
7. Wahl der Kassenprüfer
8. Anträge
9. Perspektiven 2017
10. Verschiedenes 
Anträge zur Tagesordnung können bis Freitag, 03.02.2017, in schriftlicher Form (auch als  E-Mail) mit kurzer Begründung an die 1. Vorsitzende gerichtet werden.


Deutsche Dichtung op Kölsch
Jupp Muhr zu Gast im Zehnthaus
Swisttal-Odendorf. - Goethe und Schiller „op Kölsch“ – ist so etwas möglich? – Kann man Goethes Zauberlehrling „einkölschen“, ohne sich am bedeutenden Werk eines großer Dichters zu vergehen? „Jupp“ Muhr kann das und hat es bei seiner literarischen Lesung von Texten zahlreicher bekannter Dichter beim Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig bewiesen. Und nicht nur mit Goethe und Schiller ist ihm das hervorragend gelungen. Auch mit „Pauline und dem Feuer“ aus dem „Struwelpeter“, mit Wilhelm Busch's „Zwei Schwestern“, der Geschichte der Gebrüder Grimm vom „Betrogenen Teufel“ und nicht zuletzt mit Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ hat er meisterhaft „jongliert“. So wurde allerdings aus dem Herrn von Ribbeck „D'r Schmitz“, aus dem Garten „em Schreberjaade“, aus der goldenen Herbsteszeit „wenn em Hervs et Sönnche schung“ und aus 'stopft sich beide Taschen voll' „dann stopp' sich d'r Schmitz ... de Täsch voll Birre, suvill wie hä kunnt“. Die musikalische Untermalung der Lesung durch den Pianisten Hans-Günther Adam unterstrich den Hörgenuss, zumal Adam die passenden Stücke sorgfältig ausgesucht hatte. Auf die kopflosen Nöte des Zauberlehrlings zum Beispiel folgte das hektische Stakkato des Säbeltanzes, und nach Robert Gernhards Nonsensgedicht „Kaiserliche Botschaft“ erklang „God save the Queen“.
Die Veranstaltung sollte auch dazu beitragen, einmal darüber nachzudenken, was die Dialekte, was die Mundarten leisten können und was nicht. Wo liegen ihre Stärken, wie erhaltenswert sind sie? Warum lohnt es, die ‚Regionalsprachen' besonders zu pflegen? Muhr zitierte als Antwort auf diese Fragen noch einmal Goethe: „Jede Provinz liebt ihren Dialekt, ist er doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft.“

Das Zehnthaus – Zeuge der Vergangenheit Odendorfs
Rückschau beim traditionellen Neujahrsempfang 
Swisttal-Odendorf. - Gut besucht war auch in diesem Jahr der Neujahrsempfang des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig. Dr. Maria Burger, Erste Vorsitzende des Vereins, konnte wieder eine vielfältige Gästeschar begrüßen. Allen voran Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, die Vertreter der im Rat der Gemeinde Swisttal sitzenden Parteien Hanns-Christian Wagner und Gertrud Klein (CDU), Dr. Robert Datzer, Tobias Leuning, Gisela Hein und Hartmut Benthin (SPD), Monika Wolf-Umhauer (FDP), Sven Kraatz (GRÜNE) und Ursula Muckenheim-Mc Gunigel (Bürger für Swisttal), Ortsvorsteherin Elisabeth Kümpel, Ortsausschussvorsitzender Michael Gadow, Pater Gregor Krezel, Kath. Kirche, Leonie Jäger, Ev. Kirche, eine Abordnung der NEUEN PFADE aus Rheinbach, Vertreter der Kreissparkasse und der Raiffeisenbank Rheinbach sowie Mitglieder mehrerer Odendorfer Vereine.
In ihrer Begrüßungsansprache verwies Burger auf den vergangenen Tag des offenen Denkmals, wo an der Giebelwand des Zehnthauses eine Gedenktafel angebracht wurde. Die erinnert an den Gründer des Zehnthausvereins, Dr. Johann Bayer, und seine Initiative zur Rettung des Zehnthauses. In seiner Rede zur Eröffnung des wiederhergestellten Gebäudes stellte er fest, dass dieses 1729 errichtete Haus ein Zeugnis für die Geschichte Odendorfs sei, das die ganze Aufmerksamkeit seiner Bürger verdiene. Es sei sogar ein Wahrzeichen für Odendorf – wenn nicht sogar für ganz Swisttal.

Burger fügte hinzu, vielen repräsentativen Fotos und Dokumenten diene es heute mit seinem markanten Staffel- oder Treppengiebel als Hintergrund. Dabei gehöre dieser Giebel nicht zum ursprünglichen Bauplan des Hauses, das als Scheune, als Lagerhaus konzipiert war. Erst 1879 wurde der Treppengiebel dem mittlerweile zum Wohnhaus umgewandelten Bau von seinem damaligen Besitzer hinzugefügt. Was mag den Eigentümer dazu bewogen haben, an dem Haus ein so repräsentatives Zeichen zu setzen? In seinem damaligen baulichen Umfeld hatte das Zehnthaus dadurch einen neuen architektonischen Anspruch im Ortsbild von Odendorf erhalten. Heute sei das Zehnthaus Zeuge einer alten Hofstelle, des Zehnthofs, die Odendorf einst seine Bedeutung gab. Es sei Zeuge konkurrierender Geltungsansprüche der Bürger dieses Ortes. Aber es sei auch Zeuge dafür, dass die geschichtliche Entwicklung des Ortes seit 1729 nicht stehen blieb. Der Verein Zehnthaus sei dafür da, dieses Denkmal, das nun Stätte der Begegnung und kulturelles Zentrum sei, zu bewahren und zu pflegen.

Abschließend verwies Burger auf das Veranstaltungsprogramm des Zehnthausvereins, das in diesem Jahr einen Musikvortrag, zwei Konzerte, fünf Vortragsabende, drei Exkursionen und einen Filmabend vorsehe. Termine und Themen würden jeweils rechtzeitig durch persönliche Einladungen (für die Vereinsmitglieder) und im Übrigen in der regionalen Presse bekannt gegeben.

2016

Frauen des Mittelalters kamen im Zehnthaus zu Wort Donnerstag, 08.12.2016 - 20 Uhr, Zehnthaus,
Dr. Maria Burger erinnerte an herausragende Persönlichkeiten

Swisttal-Odendorf. - Zum Abschluss des diesjährigen Kulturprogramms des Vereins Zehnthaus hielt die 1. Vorsitzende, Dr. Maria Burger, einen Vortrag zum Thema „Wissensräume für Frauen im Mittelalter“. Eine Reise vom fünften bis zum 14. Jahrhundert kreuz und quer durch Europa versprach sie den zahlreichen Gästen im Zehnthaus. Dabei sollte gezeigt werden, dass Frauen in der von Männern dominierten mittelalterlichen Gesellschaft mitunter gute Möglichkeiten zum Wissenserwerb hatten, dass sie aber historisch zumeist weniger wahrgenommen werden. Gleich zu Beginn wurde eine in der wissenschaftlichen Deutung sehr umstrittene Gestalt, die legendäre Ärztin Trotula aus Salerno, vorgestellt. An diesem Beispiel aus der Medizingeschichte wurde sehr deutlich, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen die Interpretation spärlicher Quellenbefunde führen kann. Der Blick auf Frauen kann auch dadurch verstellt sein, dass sie im Schatten der Männer blieben, mit denen sie zusammen arbeiteten. Dies gilt für Scholastika, die Schwester des Mönchsvaters Benedikt; sie war Mitarbeiterin und Beraterin ihres Bruders. Auch der berühmte Missionar Winfrid Bonifatius hatte Frauen an seiner Seite, z.B. Lioba, Thekla und Walburga. Sie hatten den Mut, ihre Heimat Südengland zu verlassen, um sich in Franken der Mission und Ausbildung von Frauen und Mädchen zu widmen. Diese Tätigkeit setzte eine gründliche Bildung in Theologie, Recht und Verwaltung voraus, die die Frauen zuvor im Benediktinerinnenkloster erhalten hatten. Die berühmte Visionärin Hildegard von Bingen durfte natürlich nicht fehlen. In kurzen Passagen aus ihren Texten wurde ihr Denken vorgestellt. Weiter führte die Reise ins Kloster Helfta, das im Hochmittelalter ein spirituelles Zentrum für Frauen war. Gertrud die Große wurde als bildungshungrige junge Frau porträtiert, die im Laufe ihres Lebens sich auf wichtige Fragen der christlichen Lebensführung konzentrierte. Auch über Mechthild von Magdeburg war an diesem Ort zu sprechen, hatte die Begine sich doch an ihrem Lebensende nach Helfta zurückgezogen. Das tragische Schicksal der Marguerite Porete, die in Paris als Ketzerin verbrannt worden war, beendete die beispielhafte Übersicht. Bevor der 2. Vorsitzende, Dr. Joachim Göbbels, die Zuhörer entließ, gab es noch eine angeregte Diskussion.


Wissensräume für Frauen im Mittelalter
Donnerstag, 08.12.2016 - 20 Uhr, Zehnthaus,

Im Jahre 1900 lässt das Großherzogtum Baden als erstes deutsches Land Frauen als ordentliche Studierende an den Universitäten Freiburg und Heidelberg zu - 35 Jahre, nachdem dies in der Schweiz schon möglich war. Habilitationen oder gar Lehrstühle an den Universitäten blieben Frauen noch lange verwehrt. Wir müssen uns nicht ins vermeintlich finstere Mittelalter bewegen, um festzustellen, dass die intellektuellen Fähigkeiten und wissenschaftlichen Leistungen von Frauen nicht hinreichend anerkannt wurden. Dieses Problem ist epochenübergreifend.
Im Mittelalter entstanden in Europa vor allem mit den Kloster- und Kathedralschulen gut ausgestattete Bildungszentren. Als um 1200 die ersten Universitäten gegründet wurden, blieben Frauen institutionell von der weiteren Entwicklung der Wissenschaften ausgeschlossen. Dennoch gab es für sie Möglichkeiten, Wissen zu erwerben und selbst zu vermitteln. Der Vortrag wird der Frage nachgehen, welche Räume Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft hierfür zur Verfügung standen. Die Frauen, die beispielhaft vorgestellt werden, stammen aus der Zeit vom 5. bis zum 14. Jahrhundert. Kreuz und quer durch Europa geht die Reise, um ihren Spuren zu folgen.
Frau Dr. Maria Burger kennt durch die Edition der Werke des Albertus Magnus den mittelalterlichen universitären Kontext sehr gut. Die Beschäftigung mit den Texten von Frauen aus dieser Zeit ermöglicht einen breiteren Blick auf die damalige Bildungssituation.

Kunstausstellung vom 11.-13.11.2016

Die Eröffnung fand am Freitag, 11.11.2016 - 20:00 Uhr statt. Samstag, 12.11.2016 und Sonntag, 13.11.2016 war die Kunstausstellung geöffnet.

Frei nach Picasso, der feststellte, dass Kunst dazu da ist, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen, war vom 11.-13.11.2016 im Zehnthaus in Odendorf ordentlich Staub aufgewirbelt. Hier sorgten dann wieder 10 Künstler/Innen mit ihren Arbeiten aus den Werkstoffen Farbe, Tusche, Leinwand, Glas, Stoff, Holz, Edelsteine, Silber und Ton für "blitzblanke Seelen", Freude und Unterhaltung.

Das gemütliche Ambiente des Zehnthauses lud zudem ein, bei einer Tasse Kaffee mit Freunden und Aussteller/innen ins Gespräch zu kommen. Auch dieses Mal wurde eine bunte Mischung aus "alten und neuen" Aussteller/Innen für Abwechslung gesorgt:

Dabei waren: Mona Beisegel, Christiane Berg, Erika Bruckschen, Christa Dygatz, Christine Gildenhard, Sabine Haas, Marion Klinkhammer, Bernd Scheffler, Anne Stammler und Anne Steckelbroeck.


Die ersten Bauern im Rheinland
Dr. Erich Claßen informierte im Zehnthaus

Swisttal-Odendorf. - 2,5 Millionen Jahre lebte der Mensch als Jäger und Sammler. Erst vor etwa 12000 Jahren wurde er sesshaft, begann Getreide anzubauen und Vieh zu züchten. Das Rheinland wurde von dieser Entwicklung vor etwa 7500 Jahren erreicht. Über die Besiedelung des Rheinlandes und über den aktuellen Forschungsstand dazu berichtete Dr. Erich Claßen, Leiter der Außenstelle Overath im Gut Eichtal des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland vor über 40 Zuhörern im Odendorfer Zehnthaus.
In der Jungsteinzeit, dem Neolitikum, kam es zum ersten Getreideanbau, zur Viehzucht und damit verbunden zum ersten Hausbau. Die Häuser wurden in Pfostenbauweise meist vierschiffig errichtet, waren ca. 8 Meter breit und 20 bis 25 Meter lang und in der Regel nordöstlich/südwestlich ausgerichtet. Regional wechselnd wurden unterschiedliche Siedlungsstrukturen festgestellt. Als Haustiere wurden Rinder, Schweine und Ziegen gehalten. Die Viehwirtschaft wurde aber regelmäßig aus dem Dorf herausgehalten.
Charakteristika der neolitischen Epoche im Rheinland waren neben Feldwirtschaft, Hausbau und Viehzucht auch die Herstellung geschliffener Steinwerkzeuge und von Keramik. Weil die Keramik dieser Zeit stets mit Bandverzierungen versehen war, nennt man diese Epoche auch die Zeit der Bandkeramik. Sie war im Wesentlichen nur rechtsrheinisch nachweisbar, nur vereinzelt auch linksrheinisch. Als Beispiel hierfür kann das Ergebnis einer Ausgrabung auf Feldern nordöstlich von Odendorf angesehen werden, das auf eine Besiedlung der Gegend in der späteren Jungsteinzeit (etwa 4400 bis 3600 v. Chr.) hindeutet. Ob der hier aufgrund einer Luftbildaufnahme gefundene Wall mit einem vorgelagerten Graben ein Viehkraal, eine „Fliehburg“, ein Kult- oder Versammlungsplatz war, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Auch nicht, ob Odendorf überhaupt ein richtiger Siedlungsplatz war. Dass die Erforschung dieses Zeitalters überhaupt so viele Details zutage gefördert hat ist darin begründet, dass die Kohleförderung im rheinischen Braunkohlerevier immer auch von Wissenschaftlern begleitet wurde, die die Aufgabe hatten, die geschichtliche Entwicklung der Menschen in diesem Gebiet zu erforschen.

Konzertabend im Zehnthaus
"Cherish the Ladies"

Dienstag, 04.10.2016, 20 Uhr, Zehnthaus, präsentierten Dorothee Simone, Martina Kölle und weitere Künstler unter dem Motto „Cherish the Ladies“ u. a. Tanzmusik der Renaissance und keltische Volksmusik. Das „Junge Blockflötenensemble“ unterstützte sie bei der musikalischen Reise.

Cherish the Ladies - Virtuose musikalische Zwiegespräche im Zehnthaus
Zu diesem besonderen Musikabend lud der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig ein. Am Konzertabend hieß es im Zehnthaus Odendorf "Cherish the Ladies. Virtuose Zwiegespräche von Klassik bis Folk". Dorothee Simon (Blockflöte) und Martina Kölle (Gitarre) präsentierten ein Programm alter und moderner Originalkompositionen von virtuoser Tanzmusik der Renaissance bis hin zu atmosphärischen Klangmalereien im französisch-iberischen Stil.


Gemeinsam mit Ingmar Meissner (Kontrabass), Antonello Simone (Akkordeon) und Teresa Simone (Violine) verbanden die Musiker/innen mit viel Fantasie und Experimentierfreude liebliche schottische tunes und mitreißende irische reels aus dem reichen Schatz der keltischen Volksmusik. Mit einem schwebenden jiddischen vals sowie leidenschaftlichen serbischen und rumänischen Tänzen erzählen die fünf Musiker von tief empfundener Freude und Kummer und waren dabei dem echten Leben auf der Spur. – Das „Junge Blockflötenensemble“ der Musikschule unterstützt sie bei ihrer musikalischen Reise. Ein weit gespannter Bogen musikalischer Überraschungen erfreute das Publikum.

Essen ist Kultur
Vortrag, Film und Diskussion im Zehnthaus
Swisttal-Odendorf. - Essen ist ein zentrales Kulturelement. Im Alltag ist den Menschen oft nicht bewusst, wie stark Nahrungsmittel und Mahlzeiten von kulturellen Strukturen geprägt sind, auch von der Religion. Auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig berichtete Dr. Dagmar Hänel vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) über Speiseregeln unserer Mitmenschen jüdischen und muslimischen Glaubens.

Nach einer kurzen Vorstellung des LVR und seiner Aufgaben leitete Hänel zügig über zum Essen als Zeichen kultureller Zugehörigkeit und Identität. Danach ist die Mahlzeit bei Juden und Muslimen in der Regel nicht nur Zusichnahme von Nahrungsmitteln, sondern zugleich zentrale soziale und kulturelle Institution. Sie sei meist geprägt vom gesellschaftlichen Status, von Geschlechterrollen, Gruppenstrukturen und Hierarchien und forme so eine (rituelle) Gemeinschaft. Dabei muss das, was auf den Tisch kommt, bei den Juden koscher und bei den Muslimen halal, also „rein“, „richtig“, „zugelassen“ sein. Schweinefleisch z. B. ist unrein, darf also nicht verwendet werden. Die zu beachtenden Regeln beginnen schon beim Einkaufen und Lagern der Lebensmittel und reichen bis zur Zubereitung der Speisen. So dürfen z. B. Milch und Fleisch nicht gemeinsam gelagert werden, auch wenn jedes für sich rein ist. Küchengeräte und Geschirr dürfen nicht gleichzeitig für „Milchiges“ und „Fleischiges“ verwendet werden. Eigentlich müssten separate Küchen für Milchiges und Fleischiges eingerichtet werden, was aber regelmäßig nicht realisiert werden kann und daher auch so toleriert wird. Größere Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Altenheime haben oft einen „Maschgiach“ oder „Kaschrut“, einen Beauftragten für die Einhaltung der Regeln. Formale Sanktionen gegen Regelverstöße gibt es nicht, können sich aber im mitmenschlichen, gesellschaftlichen Umgang miteinander auswirken. In der anschließenden Diskussion wurden immer wieder die Gründe für die manchem Zuhörer fremd und unverständlich erscheinenden Regeln hinterfragt. Großes Erstaunen zeigte sich dann, wenn als Quelle der jeweiligen Regel die auch dem Christentum zugrunde liegende Bibel genannt wurde.

Gedenken an Dr. Johann Bayer
Verein Zehnthaus ehrt seinen Gründer am Tag des offenen Denkmals

Swisttal-Odendorf.
- Am Tag des offenen Denkmals war das Zehnthaus in Odendorf für Besucher geöffnet. Bildpräsentationen und Führungen informierten über die Geschichte des Denkmals und die Arbeit des Zehnthaus-Vereins. Zum Auftakt des Tages, der unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ stand, versammelten sich Mitglieder des Vereins Zehnthaus, Angehörige der Familie Bayer und weitere Bürger zum Gedenken an den Gründungsvater: Der Odendorfer Arzt Dr. Johann Bayer (1915-2008) hatte im Jahre 1974 zur Gründung des Vereins aufgerufen, um das Zehnthaus vor dem Abriss zu bewahren. Die 1. Vorsitzende Dr. Maria Burger erinnerte in ihrer Ansprache an die erfolgreiche Gründungsversammlung wie auch an die beschwerlichen Jahre der Sanierung. Sieben Jahre verstrichen, bis das Zehnthaus am 19. Juli 1981 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Burger beschrieb den vor acht Jahren verstorbenen Gründer als einen energischen und hilfsbereiten Menschen. Mit Zitaten aus Ansprachen und Rundbriefen ließ sie Dr. Bayer dabei gleichsam selbst zu Wort kommen. Seine Tatkraft bewies er auch bei anderen Aufgaben im Ort, von denen insbesondere die Ehlen-Siedlung zu erwähnen ist. Mit dem Zehnthaus ist sein Name jedoch untrennbar verbunden. So empfinden das auch seine Angehörigen. Raimund Bayer enthüllte an der Giebelwand des Zehnthauses eine Gedenktafel, die das Engagement seines Vaters von nun an dauerhaft würdigt. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner erinnerte in ihrem Grußwort an den verdienstvollen Einsatz des Odendorfer Arztes. Seinem Engagement verdankt Swisttal, dass ein historisches Kleinod bewahrt und mit neuem Leben gefüllt wurde. „Das Zehnthaus hat sich zu einem Zentrum der Kultur und Begegnung entwickelt. Das ist etwas, worauf Sie alle stolz sein können.“ Dem Verein Zehnthaus wünschte die Bürgermeisterin weiterhin viel Freude bei der Fortsetzung seiner Arbeit. Mehrere Gründungsmitglieder waren zu dem Festakt gekommen, die anschließend beim Sektempfang ihre persönlichen Erinnerungen erzählten.


Zusatztermin - Tag des offenen Denkmals

Sonntag, 11.09.2016, Zehnthaus

Die Enthüllung der Gedenktafel für Dr. Johann Bayer fand in Anwesenheit der Bürgermeisterin Frau Kalkbrenner, Ratsmitgliedern, den Mitgliedern der Familie Bayer sowie Gründungsmitgliedern und Freunden des Vereins Zehnthaus e.V. statt. Die Laudatio für Herrn Dr. Johann Bayer hielt Frau Dr. Burger vom Verein Zehnthaus e.V. Die Rede enthielt eine Vielzahl von Zitaten des Gründungsvaters und spiegelte seinen persönlichen Einsatz und das Kümmern um soziale Belange wider.

Führungen durch das historische Zehnthaus fanden zweistündig statt - mit einem sich anschließenden Lichtbildervortrag über die durchgeführten Erhaltungen am und um den historischen Gebäude sowie mit bebilderten Hinweis über den jeweiligen Umfang der Erhaltungsmaßnahmen.
"Gemeinsam Denkmale erhalten"
Das diesjährige Motto für den Tag des offenen Denkmals konnte nicht besser gewählt sein als Motto für den Verein Zehnthaus. Bei der Gründung des Vereins wollte der Initiator, Dr. Johann Bayer, Menschen dafür begeistern, ein historisches Gebäude im Ort zu bewahren. Das Zehnthaus ist manifestes Zeugnis dafür, dass ihm das gelungen ist. Vor 35 Jahren, am 19. Juli 1981, konnte das restaurierte Gebäude festlich eingeweiht werden. Daran wurde am Tag des offen Denkmals erinnert. Die Initiative des Gründervaters Dr. Johann Bayer (1915 – 2008) sollte nicht in Vergessenheit geraten. Mit einer Gedenktafel am Zehnthaus wurde nun seinem Engagement dauerhaft gewürdigt und in Anwesenheit der Familie von Dr. Bayer diese Gedenktafel am Zehnthaus enthüllt. Sehr erfreulich war die Besucherresonanz, es waren viele Mitglieder des Vereins, Gründungsmitglieder und Gäste bei diesem Festakt anwesend. Das Zehnthaus war an diesem Tag geöffnet und bei den Führung konnten die Besonderheiten des Gebäudes gezeigt werden und es wurde über Stationen der Vereinsgeschichte berichtet. – Erinnerungen wurden bei den Teilnehmern wach und im Gespräch ausgetauscht.


Exkursion nach Koblenz und Festung Ehrenbreitstein

Samstag, 03.09.2016, ganztägig - Reiseleitung: Herr Scholz

Exkursion des Zehnthausvereins

Swisttal-Odendorf. - Vollgestopft mit interessanten Eindrücken und Informationen kehrte kürzlich eine Reisegruppe des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig aus Koblenz zurück. Klaus Scholz, Kulturwart des Vereins, hatte mit der Vorbereitung und Leitung der Exkursion ganze Arbeit geleistet, so dass der Ablauf reibungslos klappte. Per Reisebus ging es früh morgens nach Koblenz, die Römerstadt an Rhein und Mosel, und dort wartete schon der erste Höhepunkt der Fahrt. Mit der 850 Meter langen Seilbahn fuhr die Gruppe über den Rhein hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Diese Seilbahnfahrt bietet immer wieder einen faszinierenden Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Mosel, auf das Kaiser-Wilhelms-Denkmal am Deutschen Eck und die Schiffe, die unter den Gondeln flussauf- und -abwärts fahren. Die Festung Ehrenbreitstein verbindet wehrhafte wie repräsentative Bauten zu einer Gesamt-Festungsanlage, die auf eine 3000jährige Kontinuität als militärische Befestigung zurückschauen kann. Einem kurzen Fußmarsch zum Eingang der Festung folgten eine Führung zur Festungsgeschichte und eine Multi-Media-Schau zur Historie des Bauwerks, das Spuren vieler Zivilisationen aufweist, von den Kelten bis hin zu den Preußen. Bei dem Rundgang fand die evangelische Festungskirche besondere Erwähnung. Sie musste von allen Soldaten, gleich welcher Religionszugehörigkeit, besucht werden. Denn der preußische König soll der Meinung gewesen sein, dass dies die Toleranz und den gegenseitigen Respekt fördere. Auch das Haus der Archäologie mit den bedeutendsten archäologischen Funden des Landesmuseums stand auf dem Programm. Mit der Seilbahn ging es wieder zurück ins Tal, wo Scholz in einem Restaurant ein Mittagessen für die ganze Gruppe organisiert hatte. Nachmittags folgte eine Altstadtführung von der Basilika St. Kastor zum Blumenhof, dem Deutschherrenhaus (Museum Ludwig) und zum Deutschen Eck, das die Besucher irgendwie den ganzen Tag „begleitet“ hatte. Es war im Zentrum des Blickfeldes bei der Seilbahnauffahrt wie bei der Talfahrt und bildete auch einen Schwerpunkt bei der Altstadtführung.


Sommerferien - Keine Veranstaltungen


Montag, 04.07.2016

Begeisterndes sommerliches Konzert
Publikum feiert das Schöbel-Quartett
Swisttal-Odendorf. - „Das war heute wieder ein wunderbarer Musikabend“, schwärmte ein Besucher des sommerlichen Kammerkonzerts im Zehnthaus. „Bei der Auswahl der gespielten Stücke hatte das Ensemble eine überaus glückliche Hand und spielte erfrischend frei auf".
So sah man nur zufriedene Gesichter, als das Konzert des Schöbel-Quartetts im Zehnthaus nach langem begeisterten Beifall zu Ende ging.
Das Schöbel-Quartett hatte auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig ein sommerliches Kammerkonzert mit Musik von Josef Haydn, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven vorbereitet. Haydns Streichquartett C-Dur op. 33 Nr. 3, mit dem Beinamen „Vogelquartett“ bildete den virtuosen Auftakt. Den Beinamen „Vogelquartett“ hat man ihm gegeben, weil in die Themen der Komposition mehrfach Vogelstimmen bis hin zu Kuckucksrufen im letzten Satz eingearbeitet sind. Mit dem Opus 33 hatte Haydn eine ganz neue Form des Streichquartetts entwickelt, die als Beginn der Wiener Klassik gilt. Franz Schuberts Streichquartett Es-Dur op. 125 Nr.1 entstand 1813 während seiner Ausbildung als Hilfslehrer. Dieses Frühwerk wurde jedoch erst nach dem Tode des Komponisten (1828) veröffentlicht. Sprühende Vitalität und besinnliche Sätze wechselten einander ab und vermittelten Spannung. Das Streichquartett B-Dur op. 18 Nr. 6 gehört zu den frühen Streichquartetten aus Opus 18, die Ludwig van Beethoven um 1800 dem Fürsten Lobkowitz widmete. Beethoven griff die von Haydn entwickelte klassische Form auf, gestaltete sie aber eigenwillig durch extreme Kontraste weiter. Der letzte Satz begann mit dem Adagio „La Malinconia“, das sich anschließend zu einem „kleinen Labyrinth der Ausgelassenheit“ entwickelte.


Sa.-So., 02.-03.07.2016

Sommerfest und Kirmes gefeiert

Im Zehnthaus und auf dem Zehnthofplatz in Odendorf war was los.

Odendorf. Viele Odendorfer und Besucher aus den Nachbarorten haben im „Beinahe-Sommer“ ihr Sommerfest und Kirmes auf dem Zehnthofplatz gefeiert. Der Ortsausschuss Odendorf hatte mit seinen Mitgliedern ein vielfältiges Angebot zum Feiern am Samstag und Sonntag vorbereitet. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und Ortsvorsteherin Elisabeth Kümpel brachten es bei der Begrüßung auf den Punkt: „Dorffest und Kirmes sind wichtig für die Dorfgemeinschaft, weil hier die Menschen zusammenkommen und sehr schön feiern können.“

Anschließend begrüßte der Vorsitzende des Ortsausschusses das Maikönigspaar 2016, Janine Döen und Mirko Haybach. Der Leiter der Schule, Christian Kaiser, eröffnete die Ausstellung „Große Künstler - kleine Künstler“, die in diesem Jahr aus dem Zehnthaus in die Mitte des Festes verlegt worden war.

Die Odendorfer Vereine, Kindergärten und die Schule hatten viele Attraktionen und ein buntes Programm für Jüngere und Ältere vorbereitet. Auf die Kinder warteten ein nostalgisches Kinderkettenkarussell, Kleinfeldtennis, eine Hüpfburg, viele Spiele und Kinderschminken, ein Naturquiz und das Kasperletheater. Das Radar-Torwandschießen forderte Jugendliche und Erwachsene.

Zentraler Punkt am Samstagnachmittag war „Unser Dorf reitet Bullen“, das von Jörg Freyer begeisternd moderiert wurde. Sich mit einer Hand auf dem glatten Sattel dieses wilden Bullen zu halten, war eine ganz besondere Herausforderung, bei der Reiter und Zuschauer ihre Freude hatten. Sieger waren bei den Frauen Louisa Albrecht und bei den Männern Malte Bartels, die sich am längsten oben hielten.

Auf der Bühne begeisterten die Grundschüler der Tanz-AG und der Musical-AG unter Leitung von Melanie Zepp mit ihren Tänzen und mit Auszügen aus dem Kinder-Musical „Wimba“ die Besucher. Die „Kreative Tanzgruppe“ des TuS Odendorf unter Leitung von Renate Böttcher zeigte, wie schön und anmutig Kinder zwischen drei und sechs Jahren tanzen können. Einen Vorgeschmack auf die kommende Karnevalssession zeigte die Tanzgarde der KG Odendorf unter Leitung ihrer Trainerin Angelina Weber mit ihrem wunderbaren Gardetanz.

Ein vielfältiges Angebot zum Essen und Naschen stärkte die Besucher mit einheimischen und internationalen Spezialitäten wie Falafel oder Baclava. Am Getränkestand und am Weinpavillon lud ein vielfältiges Angebot zum Verweilen ein.

Die Offene Jugendarbeit, das Netzwerk Flüchtlingshilfe LEO (Ludendorf-Essig-Odendorf), die Interkulturelle Begegnungsstätte im Dietrich-Bonhoeffer-Haus informierte über ihre Arbeit. Einige der in Odendorf untergebrachten Flüchtlinge haben mitgeholfen und das Fest besucht, um so einen Eindruck vom Feiern im Ort zu gewinnen. Die Löschgruppe Odendorf der Feuerwehr zeigte ihre Einsatzgeräte und beriet die Besucher in Fragen des Brandschutzes.

Der Trödelmarkt mit vielen Schätzchen und die Tombola mit schönen Preisen, die die Geschäftsleute und Gewerbebetriebe gespendet hatten, sorgten für weitere Einnahmen. Alle Einnahmen, die die Veranstalter des Dorffestes durch ihre Mitarbeit möglich machten, sind für die satzungsgemäßen Aufgaben des Ortsausschusses, unter anderem die Förderung der Jugend- und Seniorenarbeit, bestimmt. Auch ein Los der Tombola mit den Worten „Leider kein Gewinn“ sei doch „ein Gewinn für unser Dorf“, sagte Elisabeth Kümpel zum Trost.

Zum Abend spielte die sympathische Live-Band „De Sockeschöss“ mit viel Herz und Schwung zum Mitsingen und Schunkeln in der Bandbreite von „Du bes Kölle/Öndörp“ bis zu „Born to be wild“. Dazu gab es ein Liedblatt „Öndörper Leedche singen mit De Sockeschöss“. Die Junggesellen boten am Schwenkgrill Steaks und Würstchen an. Der Abend klang aus mit dem Krimi Deutschland gegen Italien beim Rudel-Gucken.

Am Sonntag feierten die Odendorfer ihr Patronatsfest Peter und Paul mit einem Gottesdienst, bei dem der Pfarrer Dr. Herbert Bohl die Freude des Glaubens und der Nächstenliebe überspringen ließ. Danach spielten das Fanfarencorps Essig/Odendorf und die Swistbachkapelle ein Platzkonzert zum Frühschoppen mit Kartoffelsuppe.


Schule im Zehnthaus - Montag, 27. Juni 2016
Grundschüler erkunden Odendorfer Baudenkmal
Swisttal-Odendorf. - Eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag bot der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig den dritten Klassen der Odendorfer Grundschule mit der Einladung, das historische Zehnthaus zu besuchen. Klaus Scholz, Kulturwart des Zehnthausvereins, begrüßte die Klassen 3a und 3b mit ihren Lehrerinnen Nicole Kaiser und Carola Preller vor dem Gebäude und stimmte sie anhand der in die Wand eingelassenen eisernen Zahlen auf das Baujahr 1726 ein. Nach einem Abstecher zu den Matronensteinen mit Erläuterung ihrer Bedeutung ging es in den oberen Saal des Hauses, wo Scholz die Geschichte des Baudenkmals erläuterte. Wie es schon der Name Zehnthaus zum Ausdruck bringt, waren hier über viele Jahre die Güter und Waren gelagert worden, die insbesondere die Bauern als „der Zehnte“ an das Karthäuserkloster abzuliefern hatten. Zu Scholz's Hinweis, dass das Zehnthaus jetzt für die Bürger da sei und u. a. auch für Feiern angemietet werden könne, schossen mehrere Finger von Schülern hoch. „Ich war schon mal hier bei einer Hochzeitsfeier“ so die Eine „und ich war schon mal im Zehnthaus bei einer Geburtstagsfeier dabei“ erinnerte sich ein Anderer. Anknüpfend an die zurzeit laufende Fußball-EM holte Scholz eine Deutschlandfahne hervor und ließ sie von Schülern neben der Odendorfer Flagge und dem Swisttalwappen entrollen. Auf dem Boden verschafften sich die Kinder einen Eindruck von der alten teils wurmstichigen Bausubstanz und den erneuerten Balken. Fledermäuse waren aber trotz aller Bemühungen nicht zu sichten. Letzte Station des Hausrundgangs war das Kellergewölbe, das entgegen ersten Vermutungen nicht als Kerker genutzt wurde, sondern als Lager für besonders kühl aufzubewahrende Waren. Obwohl Scholz den Kindern Kerzen und Taschenlampen mitgegeben hatte, war es doch ganz schön gruselig da unten. Nach einem schnellen Aufstieg aus dem Keller waren alle froh, wieder in die Schule zurückgehen zu können.


Exkursion - Samstag, 4. Juni 2016, ganztägig

Historisches Schloss und prächtige Gärten
Exkursion des Zehnthausvereins zum Schloss Dyck
Swisttal-Odendorf. - Bis auf den letzten Platz ausgebucht war der Bus, mit dem eine Reisegruppe des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig zum Schloss Dyck nahe Jüchen/Grevenbroich fuhr. Dr. Swen Holger Brunsch hatte dieses Ziel ausgesucht und die Exkursion dorthin vorbereitet und geleitet. Die wenigsten der Teilnehmer kannten Dyck oder hatten davon gehört, waren dann aber von dem Schloss und dem malerischen englischen Landschaftsgarten hellauf begeistert.
Schloss Dyck ist eines der malerischsten und bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlands. Die Anlage war Mittelpunkt einer kleinen selbständigen Herrschaft und geht auf das Mittelalter zurück. Weit über die Region hinaus ist es u. a. wegen seines berühmten Schlossparks bekannt, dessen Anfänge auf Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, der selbst passionierter Botaniker und Pflanzensammler war, zurückgehen. Er beauftragte den schottischen Gartenarchitekten Thomas Blaikie mit der Gestaltung. Der sollte die seinerzeit bereits bestehende Orangerie mit dem Insel- und Parterregarten einbeziehen und einen weitläufigen Garten mit seltenen Baum- und Straucharten hinzufügen. Diese Gartenanlagen waren auch erstes Ziel der Reisegruppe, die sie in zwei Teilgruppen in Begleitung von Gästebetreuern besichtigte. Der Rundgang bot auch gleich Anregungen für individuelle Erkundungen im Laufe des Nachmittags. Nach dem Mittagessen in einem historischen Brauhaus im nahe gelegenen Korschenbroicher historisch-dörflichen Stadtteil Liedberg folgte die Besichtigung von Schloss Dyck. Mit den schon bekannten Gästeführern konnte die Gruppe u. a. die Schlosskapelle, den Historischen Festsaal und das Rousseau-Zimmer besichtigen, die in der heutigen Form auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückgehen. Auch das „Standesamtszimmer“, in dem auch jetzt standesamtliche Trauungen vorgenommen werden, stand offen; am Besuchstage hatten schon neun Eheschließungen stattgefunden.

Vormittags Führung durch Räume des Schlosses und die Schlosskapelle. Nachmittags Führungen durch die Orangerie und den Schlosspark. Danach bleibt noch Zeit für die freie Besichtigung des weitläufigen Schlossparks, den Besuch der Dauerausstellungen und/oder Entspannung im Schlosscafé.

Vortrags- und Musikabend

Am Dienstag, 10. Mai 2016, 20 Uhr, stand ein Vortrags- und Musikabend auf dem Programm. Die Viola-Interpretin Gertrud Schmidt präsentierte dem Publikum eines ihrer Lieblingsinstrumente, die Viola d'amore. Diese spielte sowohl in der Barockzeit als auch in der Musik des 20. Jahrhunderts eine große Rolle. Eine moderne und zwei historische Violas d'amore unterstützten die Interpretin beim Erzählen der Geschichte durch ausgewählte Musikbeispiele.

Gertrud Schmidt las und spielte Wissens- und Hörenswertes über die Viola d’amore. Gertrud Schmidt studierte Viola in München und Aachen, spielte mehrere Jahre im Aachener Sinfonieorchester und ist Mitglied in verschiedenen Kammermusikgruppen. So ist sie auch als „Viola“ im Schöbel-Quartett den Besuchern unserer Konzerte bestens bekannt.
2001 entdeckte sie für sich die Viola d’amore. Besonders schätzte sie die vielfältigen Möglichkeiten dieses Instruments. Es spielte nicht nur in der Barockzeit eine große Rolle, sondern wird auch immer wieder in der Musik des 20. Jahrhunderts verwendet. Heute ist die Viola d’amore ein häufig eingesetzter Klangkörper in der Familie der Streichinstrumente.

Gertrud Schmidt bespielt ein modernes Instrument und konnte zusätzlich zwei alte Instrumente erwerben. Diese Instrumente kamen als Zeitzeugen und Hauptakteure der Entwicklung der Viola d’amore im Vortrag zu Gehör und unterstützten das Erzählen der Geschichte durch ausgewählte Musikbeispiele.



Dienstag, 26. April 2016, 20.00 Uhr, archäologischer Vortrag.

Dr.Marlies Arnhold und Prof. Dr. Frank Rumscheid berichten über eine Lehrgrabung, die 2015 in Odendorf durchgeführt wurde.

In Römischer Zeit diente die Swistniederung als Hinterland zur Versorgung der Legionsfestung Bonn. Darauf weisen Funde römischer Gutshöfe, einer römischen Straße nordöstlich von Odendorf und die 1879/80 beim Bau der Bahnlinie nach Euskirchen gefundenen römisch-germanischen Weihe- und Matronensteine hin, deren Nachbildung der Verein Zehnthaus 1981 in die Mauer zwischen Zehnthaus und alter Kirche einbauen ließ.

Von Bodendenkmälern der Römerzeit ist heute auf Odendorfer Gebiet nichts mehr zu sehen. Erst die Luftbildarchäologie versetzt die Wissenschaft in die Lage, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Auf dieser Grundlage führte die Abteilung Klassische Archäologie der Universität Bonn in Odendorf 2015 eine Lehrgrabung durch. Dabei konnten Luftbildbefunde als römerzeitliche Bauten verifiziert werden. Die vorläufigen Ergebnisse einschließlich erster Deutungsversuche werden im Vortrag vorgestellt.

Prof. Rumscheid leitet die Abteilung Klassische Archäologie am Institut für Archäologie und Kultur­anthropologie der Universität Bonn. Er ist zugleich Direktor des Akademischen Kunstmuseums. Dr. Arnhold arbeitet als Akademische Rätin in der Abteilung Klassische Archäologie. Beide Wissen­schaftler haben die Lehrgrabung geleitet.



Über die Bergbaugeschichte in Rheinbach sprach auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig der Leiter des Rheinbacher Stadtarchivs, Dietmar Pertz M.A., im Zehnthaus Odendorf im April 2016. Auch wenn es heute für viele Rheinbacher nicht vorstellbar ist, dass Rheinbach eine Bergbaugeschichte aufzuweisen hat, wusste Pertz Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen.
In Rheinbach gab es Kupfer- und Bleigruben und Eisenerzbergbau. Schon im späten 15. Jahrhundert gab es Hinweise auf Bergbau in der Sürst. Im 18. Jahrhundert bauten die Heisterbacher Zisterziensermönche in der Sürst Kupfer und Blei ab.

Im 19. Jahrhundert intensivierten Unternehmer die Suche nach diesen Erzen. So bat 1804 Caspar Kayser um Genehmigung einer Kupfer- und Bleimine in der Sürst und legte bis 1811 verschiedene Suchstollen an. Später versuchte der Unternehmer Albert Poensgen sein Bergbauglück mit dem Kupfer- und Bleibergwerk Grube Emma Carolina, musste sein Vorhaben aber wieder aufgeben. Ab 1903 arbeitete in Kurtenberg und Blitzenhardt wenig erfolgreich die Grube „Hedwigsglück“. 1907 gab es mit der „The Rheinbach Copper Mines London“ einen Neuanfang. Die Euphorie war so groß, dass man sogar den Bau einer neuen größeren Kirche in Neunkirchen plante.

Der Abbau war aber auf Grund der geringen Erzvorkommen und der schwierigen wassertechnischen Verhältnisse nur wenig rentabel und wurde 1917 auf Grund einer Weisung des Kriegsministeriums eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bergbau – auch in der NS-Zeit – nicht wieder aufgenommen.

Die starke Nachfrage der Industrie nach Eisenerz war um 1850 Grund für die Konzessionierung verschiedener Eisenerzgruben im Rheinbacher Stadtwald. Gefördert wurde das erzhaltige Gestein - allerdings nur kurze Zeit - im Tagebau oder in sogenannten Pingen. Zur Verhüttung errichtete man damals eine Eisenschmelze, und zwar dort, wo sich heute das Rheinbacher Forsthaus befindet.


Am Donnerstag, 10. März 2016, Zehnthaus, sprach Referentin Frau Gabriele Dafft M.A. vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte über Klüngeln – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen
Swisttal-Odendorf. - Einen amüsanten Abend erlebten die Besucher des Vortrags von Gabriele Dafft M.A. über das „Klüngeln – Networking auf Rheinisch“ im Odendorfer Zehnthaus. Der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig hatte die Referentin beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) gebeten, über den so häufig und mit so verschiedenen Untertönen gebrauchten Begriff zu sprechen und auch zu fabulieren – was sie dann auch humorig und engagiert tat. Schon in der Vorankündigung fiel auf, dass sie ganz überwiegend über das Verhältnis von Frauen zum Klüngeln geforscht hatte. Männer nehmen danach das Wort Klüngeln seltener in den Mund. Beispiele für die wenigen Ausnahmen: John F. Kennedy schloss einmal eine Rede in Köln mit dem Ausruf „Kölle alaaf!“. Worauf der ihn begleitende Konrad Adenauer meinte: „Er hat aber nichts zum Kölschen Klüngel gesagt!“. Später sagte Adenauer auch einmal „Man kennt sich, man hilft sich“. Oder Franz-Josef Antwerpes, ehemaliger Regierungspräsident: „Eine Hand wäscht die andere zu Ungunsten Dritter.“ Was schon eine negative Facette des Klüngelns aufzeigt. Weitere sind u. a., dass Regeln umgangen oder gebrochen werden, dass möglicherweise Qualifikationen unter den Tisch fallen, Abhängigkeiten entstehen und ein undurchlässiger Filz entsteht. Viele der vom Dafft befragten Frauen konnten dem Klüngeln aber auch positive Seiten abgewinnen. „Wenn keiner zu Schaden kommt, ist es guter Klüngel“ (Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Kölner historischen Archivs); „Frauen haben beim Klüngeln den längeren Geduldsfaden“ (Meike Gottschalk, Schauspielerin); „Mit Vitamin B ist es oft einfacher“ (Sonja Fuss, Fußball-Nationalspielerin); „Kann ich ein Problem nicht lösen, frage ich einen, der jemand kennt, der es kann“ (Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin); oder eine andere „Ich klüngele nicht um des Vorteils willen, sondern aus Freude am Klüngeln“. Diese Aussagen wurden 23 jeweils etwa zweistündigen Interviews entnommen, die Dafft im Rahmen des Forschungsvorhabens mit den Frauen führte und die in eine Ausstellung des LVR einflossen. Teile der Ausstellung waren am Vortragsabend im Zehnthaus zu sehen.
In der anschließenden Diskussion bestätigten mehrere Besucherinnen und Besucher, dass auch sie schon geklüngelt hätten, „aber immer sauber!“. Zuhörer Manfred Liebenau fasste seine Erfahrungen so zusammen: „Ich war beruflich in ganz Deutschland unterwegs und habe festgestellt, dass überall geklüngelt wird; nun ja, vielleicht im Rheinland besonders viel".

Sonderveranstaltung

Montag, 29. Februar 2016, 19.30 Uhr, Zehnthaus

Referenten: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Andrea Schmidt, Andrea Kleinfeld und Claudia Wilmers

Veranstaltung der Ökumenischen Hospizgruppe Rheinbach, Meckenheim, Swisttal

Informationsveranstaltung im Odendorfer Zehnthaus

Demenz – Krankheitsbild, Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten

Die Ökumenische Hospizgruppe Rheinbach, Meckenheim, Swisttal lud mit Unterstützung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig für Montag, 29. Februar 2016, 19.30Uhr, zu einem Informationsabend in das Odendorfer Zehnthaus, 53913.Swisttal-Odendorf, Am Zehnthof 1, ein. Sie informierten die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild Demenz. Dazu gehörten auch Behandlungsmöglichkeiten, das Unterstützungssystem für Familien und der Umgang mit den letzten Tagen und Wochen der Erkrankten. Prof. Dr. Lukas Radbruch, Vorsitzender des Vereins, Andrea Schmidt vom Sozialpsychiatrischen Zentrum und die beiden Koordinatorinnen Andrea Kleinfeld und Claudia Wilmers berichteten aus ihrer fachlichen Sicht über die Demenz. Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung wurden umfassend informiert, konnten Fragen stellen und direkt mit einer der Referentinnen Kontakt aufnehmen.

Die Hospizgruppe ist ein eingetragener Verein, dessen Ziel die Begleitung von schwerkranken, sterbenden und trauernden Menschen ist. Seit 2002 unterstützt er mit einer wachsenden Zahl von Ehrenamtlichen, die letzte Zeit des Lebens der von schweren Krankheiten Betroffenen würdevoll und nach ihren Vorstellungen gestalten. Gruppenmitglieder besuchen die Menschen in ihrem Zuhause, auch in Senioreneinrichtungen. Für Trauernde bietet die Gruppe Einzelgespräche oder Gesprächscafés an. Seit der Gründung des Vereins ist die Zahl der Mitarbeitenden auf 52 Ehrenamtliche angestiegen; zwei Koordinatorinnen kümmern sich um deren Schulung und Begleitung. Außerdem führen sie Erstgespräche und kümmern sich um ein Netzwerk um die Betroffenen.


Am Mittwoch, 17. Februar 2016, waren in einer internen Veranstaltung die Mitglieder des Vereins gefragt, an der Mitgliederversammlung mit Vorstandsneuwahl teilzunehmen.

Einladung zur satzungsgemäßen Mitgliederversammlung Verein Zehnthaus e.V. am Mittwoch, 17. Februar 2016, 19.30 Uhr im Zehnthaus in Swisttal-Odendorf, Am Zehnthof 1
Swisttal, 24. Januar 2016
Sehr geehrte Mitglieder des Vereins Zehnthaus, gemäß § 5 unserer Vereinssatzung laden wir Sie hiermit fristgerecht zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein. Nach § 4 Absatz 3 finden nach Ablauf einer zweijährigen Amtszeit in diesem Jahr Vorstandswahlen statt.
Wir würden uns sehr freuen, Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen.
Tagesordnung
1. Begrüßung durch die 1. Vorsitzende
2. Feststellung der form- und fristgemäßen Einladung
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Bericht der 1. Vorsitzenden mit anschließender Aussprache
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Entlastung des Vorstandes
7. Wahl des Vorstandes
8. Wahl der Kassenprüfer
9. Anträge
10. Perspektiven 2016
11. Verschiedenes
Anträge zur Tagesordnung können bis Freitag, 12. Februar 2016 in schriftlicher Form (auch als E-Mail) mit kurzer Begründung an die 1. Vorsitzende gerichtet werden.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Maria Burger (1. Vorsitzende) Konrad.Biewald(2.Vorsitzender)


Mit Zuversicht und guten Gesprächen ins

neue Jahr

Neujahrsempfang des Zehnthausvereins


Zum zehnten Mal hatte der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig zu einem Neujahrsempfang eingeladen, um seinen Mitgliedern, Freunden und Förderern für ihre Unterstützung zu danken. Und viele waren ins Odendorfer Zehnthaus gekommen, neben den Mitgliedern auch Vertreter aus der Kommunalpolitik, von der Gemeindeverwaltung, von Geldinstituten, Gewerbetreibende und Angehörige befreundeter Vereine und Organisationen.
In ihrer Begrüßungsansprache schlug die Erste Vorsitzende des Zehnthausvereins, Dr. Maria Burger, einen weiten Bogen vom Baujahr des Zehnthauses, 1726 im Zeitalter der Aufklärung in Europa, über produktive kulturelle Schaffensphasen, über zerstörerische Ereignisse während der französischen Revolution 1793, über  aktuelle Terroranschläge in Paris und in anderen Teilen der Welt bis hin zum Bemühen des Zehnthausvereins, im kleineren Rahmen geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklungen in unserer Region bewusst zu machen. Hierfür sollte auch der Beitrag des Vereins dienen, in der Sekundarschule Heimerzheim einen Unterrichtsraum für die Sprachausbildung von Flüchtlingskindern einzurichten. Burger zeigte sich erfreut, dass das Programmangebot des Vereins über das Jahr hinweg offensichtlich gut angenommen werde, und zwar nicht nur von den Vereinsmitgliedern, sondern auch von Gästen. Daher wolle man  mit der bisherigen Mischung weiter arbeiten.
Diesen eher nachdenklichen Worten folgte ein angeregter und ausgiebiger Gedankenaustausch der Gäste über grundsätzliche Probleme wie auch über aktuelle  Ereignisse, angefeuert durch ein gutes Glas Wein wie auch mit Nichtalkoholischem. Interessant zu vermerken war dabei der häufige Wechsel der Gesprächspartner in den jeweiligen Diskussionsgruppen, ein Zeichen dafür, dass belebende Gedanken immer wieder weitergetragen wurden. Es war ein sichtlich anregender Abend.


2015

Am Donnerstag, 10. Dezember 2015, 20 Uhr, (Zehnthaus) stand wieder das traditionelle Kammerkonzert mit dem Schöbel-Quartett auf dem Programm.

Auf dem Programm stand
Leoš Janáček, 2. Streich-Quartett (Intime Briefe)
Wolfgang Amadeus Mozart, Streich-Quartett G-Dur KV 387
Robert Schumann, Streich-Quartett F-Dur op. 41/2
Es spielten Heinz Schöbel (Violine), Peter Bruns (Violine),
Gertrud Schmidt (Viola, Viola d’amore) und Berenike Langmaack (Violoncello).

Mittwoch, 18. November 2015, 20 Uhr, Zehnthaus

Die Hexenjagden in der Nordeifel

Gruseliger Rückblick im Zehnthaus

Swisttal-Odendorf. - Passend zur trist-grauen Jahreszeit ging es im Novembervortrag des Vereins Zehnthaus Odendorf/Essig um Hexen, Werwölfe und Zauberpfaffen. Dr. Rita Voltmer, Historikerin aus Trier, berichtete im Zehnthaus über die Hexenjagden in der Nordeifel.Hexenverfolgung ist ein Thema, das die Phantasie der Menschen immer wieder beflügelt. Historisch ist es unbestritten, dass im Rheinland und in der Eifel viele Hexenprozesse stattfanden. Doch die genauen Hintergründe sind längst nicht alle geklärt.

Dr. Voltmer gab in ihrem Vortrag einen Überblick zu den Hexenverfolgungen in der Nordeifel, wobei sie besonders auf die Hexenprozesse in den Manderscheider Grafschaften sowie in den Herrschaften Wildenburg und Schmidtheim einging. Eingebettet in den Kontext der spätmittelalterlichen wie frühneuzeitlichen Hexenjagden in Europa sowie im gesamten Eifel- und Ardennenraum stellte sie Bedingungen, Strukturen und Hintergründe dieses Phänomens vor. Neben allgemeinen Fakten dieser Verfolgungen zeigte sie auch spezifische Feindbilder (z.B. die Werwolf-Vorstellung), spezifische Opfergruppen (u. a. Pfarrer) und die Akteure der Hexenjagd (Hexenkommissare, Jesuiten, adelige Herren) auf.

Im Schrifttum wird gelegentlich von über 100.000 Opfern der Hexenjagd berichtet. Tatsächlich waren es aber wohl „nur“ 50.000 bis 60.000, regional unterschiedlich intensiv verteilt. In manchen Ortschaften wurden 20 bis 30 Prozent, gelegentlich bis zu 50 Prozent der Einwohner als Hexen verfolgt, wobei 70 bis 80 Prozent der Beschuldigten Frauen waren. Oft dienten Hexenprozesse der Machtdemonstration von Adeligen nach innen und außen, so etwa, wenn aufsässige Bauern diszipliniert werden sollten. Aber auch finanzielle Aspekte spielten eine Rolle. So eigneten sich immer wieder freiberuflich tätige Hexenkommissare, häufig Jesuiten, oder Gerichtsschreiber das Vermögen der „Hexen“ an. Pfarrer aller Konfessionen gerieten in Verdacht Hexen zu sein, weil sie wegen ihrer geistlichen Sprüche und wegen der Heilmittel, die sie für Mensch und Tier bereit hielten, manchem suspekt waren.

Dr. Voltmers Fazit: Die Hexenjagden waren nicht als Wahn einzustufen. Sie waren vielmehr ein Gemisch aus (von interessierter Seite stimulierter) Angst, vorgeblicher Frömmigkeit und politisch-sozialem Kalkül.


Di., 27.10.2015 - 20 Uhr - Zehnthaus

Made in Euskirchen
Dr. Gabriele Rünger sprach beim Zehnthausverein
Um die wirtschaftliche Entwicklung der Kreisstadt Euskirchen, aber auch einzelner Firmen ging es am Dienstag, 27.10.2015 beim Verein Swisttal-Odendorf/Essig. Dr. Gabriele Rünger, Leiterin des Stadtarchivs Euskirchen, sprach zum Thema “Made in Euskirchen - Firmen, Marken und Unternehmensgeschichte(n)“.

Die Kreisstadt Euskirchen definiert sich spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als mittelständische Industriestadt. Eisenbahn und Industrialisierung machten aus dem Ackerbaustädtchen mit knapp 5.000 Einwohnern eine wirtschaftlich blühende Industriestadt, deren Einwohnerzahl dann im Jahr 1912 bei 13.000 lag. Dominierender Wirtschaftsfaktor war die Tuchindustrie, spezialisiert auf die Herstellung von Uniformstoffen. Ein Drittel der Euskirchener Bevölkerung lebte vom Tuchwesen. Der Niedergang der Tuchindustrie begann Ende der 1950er Jahre und zog damit die ökonomische Struktur der Stadt in eine massive Krise. Exemplarisch sei hierfür die Textilfirma Jacob Koenen genannt. Doch Euskirchen war nicht nur „Tuchstadt“. Hinzu kam, dass einige Betriebe mit langjährigen Wurzeln in der Stadt sich in der Nachkriegszeit expansiv entwickelten, aber aus den verschiedensten Gründen auch wieder schlossen. So stellte Rünger auch andere Firmen und Unternehmen vor, die das Wirtschaftsleben der Stadt prägten und manche noch bis heute prägen.

Der Schwerpunkt lag bei den Unternehmen, die mit einer „Marke“ verbunden sind. Der „Kölner Zucker“ der Fabrik Pfeifer & Langen gehört genauso dazu wie die Hundekuchenfabrik LATZ, heute Nestlé Purina. Ebenso die Firma Ingrid Glas (Viola-Glashütte), die Metall- und Sortierwarenfabrik Deutschbein, die Motorradfabrik Neumann-Neander, die Papierfabrik Halstrick mit ihrer berühmten Serviettenproduktion, die Firma Schewe-Wäsche, die vornehmlich für Versandhäuser produzierte, die Firma Kremenz Lebensmittel und Gemischtwaren, später von SPAR übernommen, die Samengroß- und Einzelhandlung Anton Inhoffen mit Zuchtgärten bis hin nach Köln, die Rheinische Obst- und Gemüsefabrik „Rheinobst“, die Westdeutschen Steinzeugwerke mit ihren Steinzeugröhren u. a. für die Kanalisation bis hin zur Firma Kalff & Co. KG, die Verbandstoffe und Textilvlies produzierte.

Am Dienstag, 29. September 2015, hielt der Historiker Dr. Gerhard Bauchhenß einen Vortrag zum Thema „Reisen in der Antike“. Dabei durfte man nicht an Urlaubsreisen o. ä. denken. Reisende in der Antike waren Kaufleute, Verwaltungsbeamte oder Soldaten, die ihren Standort wechseln mussten. Oder weil sie hofften, dass in einem weit entfernten Heiligtum eine Gottheit sich ihnen besonders gnädig erweisen werde, oder dass sie als Sportler in einem Wettkampf z. B. in Olympia siegen könnten. Motive zum Reisen gab es viele. Die Durchführung des Vorhabens war deutlich schwieriger als heute.

Sommerexkursion am
Samstag, 12. September 2015 in die alte Kaiserresidenz Trier, UNESCO-Welterbe Mosel.

Trier, die größte antike Stadt nördlich der Alpen, war über viele Jahrzehnte die Hauptstadt des weströmischen Reiches und ist auch heute noch eine Stadt der Superlative. Zahlreiche zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Römerbauten zeugen von der Ausnahmestellung Triers als älteste Stadt Deutschlands und lassen jahrtausendalte Geschichte auf engstem Raum lebendig werden. Begleiten Sie uns zu einer Reise in die Zeit des Stadtgründers Kaiser Augustus, die mit der Ankunft in Trier beginnt. Es erwartet Sie eine Führung auf den Spuren der Römer, die Ihnen die herausragenden Monumente der Stadt und die geschichtlichen Zusammenhänge der verschiedenen Epochen präsentiert.


Sa., 27. Juni 2015, 13.30 Uhr, Dorffest aller Vereine mit vielen Spiel-, Spass-, Grill- und Getränkeangeboten
und
So., 28. Juni 2015, 10 Uhr, Mess op Platt, musikalischer Frühschoppen + Suppenküche.


Donnerstag, 11. Juni 2015, 20.00 Uhr, Zehnthaus
Klezmer-Musikabend: Georg Brinkmann & Bernd Spehl
 
Klezmermusik ist osteuropäisch-jiddische Fest-, Tanz- und Ritualmusik. Sie begeistert durch ihren unwiderstehlichen Groove, aber auch durch ihre berührende Ausdrucksfülle.
Die Klarinette ist dabei eines ihrer wichtigsten Instrumente. Durch ihre enorme klangliche und stilistische Bandbreite eignet sie sich besonders gut, diese vielschichtige Musik auszudrücken
. Georg Brinkmann und Bernd Spehl sind profilierte Vertreter der deutschen Klezmerszene. In vielen Projekten haben sich die beiden einen Namen gemacht, als Interpreten traditioneller Klezmerklänge wie auch als Entwickler experimenteller Abenteuer.
Mit ihren hohen und tiefen Klarinetten vollführten sie einen groovigen, tiefsinnigen und witzigen Dialog, wobei auch das Akkordion und Gesang eingesetzt wurden.

Die Welt der Klezmermusik
Eigentlich spielen sie jeder in einer anderen Band, in einer anderen Formation. Weil sie aber gut miteinander harmonieren, tun sie sich für besondere Projekte zusammen und treten dann als Duo auf, Georg Brinkmann und Bernd Spehl. Und weil sie demnächst bei den Bonner Klezmertagen mit ihrem neuen Programm auftreten, haben sie auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig und zur Freude der hiesigen Klezmerfans ihre Generalprobe kurzerhand ins Odendorfer Zehnthaus verlegt. Die Fans hielten das für eine gute Entscheidung und feierten die beiden Künstler mit tosendem Beifall.

Dabei ist die Bezeichnung „neues Programm“ eigentlich nicht ganz richtig, denn die beiden spielen nicht ein vorgegebenes Programm herunter, sondern improvisieren jeden Abend eine neue Musikfolge mit neuen, spontan „komponierten“ Melodien. Das ist eben nur möglich, weil die Beiden in Sachen Klezmer total auf einer Wellenlänge funken. Sie sind Vollblutmusiker, die frei von jedem Schubladendenken aufspielen. Ihre Musikinstrumente, nämlich die Klarinette, die Bassklarinette und das Akkordeon, beherrschen sie meisterlich und holen alles nur Mögliche aus ihnen heraus. Das reicht vom chromatischen Lauf über das die Töne verwischende „Aufjaulen“, das jubelnde und jauchzende Trillern und Tirilieren bis hin zum Herz zerreißenden Schluchzen und den Einsatz von Klappen ihrer Instrumente als Schlagwerk. Wenn sie dann noch mit ihren Füßen im Rhythmus auf der Stelle treten, sieht man förmlich - je nach Tempo - einen Trauerzug dahinziehen, Tänzer bei einem Fest über den Tanzboden wirbeln oder rituelle Tänze absolvieren. In diesen Momenten möchte man einfach nur die Augen schließen und genießen. Das war auch Vielen im Publikum anzusehen, die mit geschlossenen Augen und hier und da mit wippenden Füßen die melodiösen Klarinettenklänge auf sich wirken ließen. So war es dann kein Wunder, dass das Publikum die Künstler mit begeistertem Beifall verabschiedete und nur nach mehreren Zugaben entließ. Natürlich kam auch die Frage, wann man hier in der Nähe wieder einmal Gelegenheit habe, das Klarinetten-Duo zu hören. Die Termine steht schon fest; es ist am Samstag, 20. Juni, 19.00 Uhr, beim Sommerfest der Botanischen Gärten der Stadt Bonn in der Meckenheimer Allee 171 und am Samstag, 19.September, in der Lutherkirche, ebenfalls in Bonn, Reuterstraße.


Mittwoch, 20. Mai 2015 - 20 Uhr, Zehnthaus

Vortrag: „Schule und Universität im Mittelalter“
Referent: Mediävist Dr. Swen Holger Brunsch


Die Wurzeln unseres Bildungssystems liegen im Mittelalter.
Doch wer konnte im Mittelalter lesen und schreiben?
Warum und wie hatte er es gelernt?
Die Bildungsmöglichkeiten und die Lehrpläne waren ganz andere als heute. Vieles hat sich verändert: Klosterschulen spielen in unserer Zeit kaum noch eine Rolle; die sieben freien Künste werden nicht mehr gelehrt. Die Universitäten aber gibt es noch und sie besitzen nach wie vor das Monopol der Verleihung akademischer Grade.
Durch historische Dokumente lässt sich die Geschichte mittelalterlicher Bildung rekonstruieren.
Herr Dr. Brunsch stellte nicht nur Klosterschulen und die ersten Universitäten vor, sondern zeigte, dass Bildung immer schon von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig war. Anhand konkreter Beispiele vermittelte er einen Eindruck vom Schulalltag, von Schulbüchern, Methoden oder Lernkontrollen und erklärte auch, was eine Schnecke und eine Schwalbe mit mittelalterlichem Unterricht zu tun hatte.


Am Samstag, 9. Mai 2015, führte eine ganztägige Exkursion in die  Nationalparkstadt Heimbach.

Sowohl Kunstfreunde als auch Liebhaber interessanter Kirchen und Technik-Freaks kamen bei der jüngsten Bus-Exkursion des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig zur Nationalparkstadt Heimbach auf ihre Kosten. Klaus Peter Scholz, Vorstandsmitglied und Organisator der Tour, hatte mit der Internationalen Kunstakademie in der Burg Hengebach, der barocken Pfarrkirche St. Clemens und der Salvatorkirche sowie dem RWE-Industriemuseum Jugendstil-Kraftwerk Heimbach drei höchst interessante Programmpunkte unter einen Hut gebracht.
Pünktlich angekommen wurde die Gruppe schon von Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, dem Direktor der Kunstakademie, am Burgtor erwartet. Er stellte den Besuchern die vielseitigen Fachrichtungen der Akademie wie z. B. Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Druckgrafik, Neue Medien, Stahlskulptur und Videofilm/Comicstrip  vor und führte die Gruppe  durch die Ausstellung mit Malereien und Skulpturen des zeitgenössischen Künstlers Otmar Alt. Mancher konnte mit dessen Werken nicht viel anfangen; andere aber kamen insbesondere den Bildern durch die Erläuterungen Zehnders näher. Nach einem Rundgang durch die zahlreichen Ebenen der Burg wechselte die Gruppe hinüber zur Heimbacher Doppelkirche, wo sich Prof. Zehnder nochmals sehr viel Zeit nahm, seinen Gästen sowohl die Barockkirche als auch die modernere Salvatorkirche zu zeigen und zu erläutern. In letzterer stand im Mittelpunkt des Interesses ein Altar mit einer Pieta, die ursprünglich aus dem Kloster Mariawald stammte, nach der  Säkularisation in die Salvatorkirche verbracht wurde und dadurch Pilgerströme nach Heimbach umleitete. Nach dem Mittagessen folgte eine Führung durch das RWE-Industriemuseum Jugendstilkraftwerk Heimbach. Das ist noch heute in Betrieb und liefert als Wasserkraftwerk auch dann noch Strom, wenn kein Wind weht und auch die Sonne nicht scheint und damit andere ökologische Stromlieferanten ausfallen, wie die die Gruppe begleitende RWE-Mitarbeiterin süffisant bemerkte. Besonderes Interesse vorwiegend der weiblichen Besucher fand eine Ausstellung hauswirtschaftlicher Elektrogeräte aus der „Jugendzeit“ der Küchentechnik, aber auch die historischen und die aktuell eingesetzten riesigen Stromgeneratoren konnten ausgiebig bestaunt werden. Den Abschluss des Tages bildete dann eine gemütliche Kaffeerunde im Haus des Gastes. Das ist schon Tradition bei Exkursionen des Zehnthausvereins.


Dienstag, 14. April 2015, 20.00 Uhr, Zehnthaus Thema „Die Eifel blüht – Impressionen von einer besonderen Landschaft“ Referent: Norbert Knauf

Namhafte Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts waren der Auffassung, dass die Eifel in Vielfalt, Licht und Farbenfülle den Gefilden des Südens durchaus ebenbürtig sei. Knaufs Lichtbildervortrag greift diese Sicht auf und fängt mit den Möglichkeiten der Kamera die Pracht der blühenden Eifel ein.

Das bekannteste Bild des Eifelmalers Fritz von Wille trägt den Titel „Die blaue Blume“. Fritz von Wille zählt zu den Landschaftsmalern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die als erste erkannt haben, dass die Eifel in Vielfalt, Licht und Farbenfülle den Gefilden des Südens durchaus ebenbürtig ist. Norbert Knauf greift diese Sicht in seinem Lichtbilder-Vortrag auf und fängt mit den Möglichkeiten einer Kamera die Pracht der blühenden Eifel ein. Dabei wird im Spiegel der Jahreszeiten ein farbenprächtiges Bild dieser besonderen Landschaft präsentiert und zu einigen botanischen Besonderheiten auch ein kleiner Einblick in die Welt der volkstümlichen Namen und Verwendungen jener Pflanzen geboten. Viele der Mitglieder und Freunde des Zehnthausvereins kennen Norbert Knauf und seine ausdrucksstarken Fotos und kundigen Kommentare schon von früheren Vorträgen im Zehnthaus."


März 2015 - GGS-Odendorf "Schule am Zehnthof"

Schule im Zehnthaus mit den 3. Klassen             

Ortsgeschichte vor den Osterferien
Einmal im Jahr ist für die dritten Klassen der Odendorfer Gemeinschaftsgrundschule am Zehnthof „Zehnthaustag“. Dann wird der Unterricht aus den Schulräumen in das nahe gelegene Zehnthaus verlegt. Hier wartet schon Klaus Peter Scholz vom Vorstand des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig, um den Schülerinnen und Schülern die Geschichte des historischen Gebäudes vermitteln. Bei einem Rundgang um das Haus werden alte Jahreszahlen entdeckt, Denkmalschilder erklärt, alte römische Matronensteine betrachtet und die Gedenktafel über die Errichtung des Zehnthauses studiert, dann geht es hinein in das Bauwerk.
Drinnen im Haus trugen sich die Besucher erst einmal in das Gästebuch des Zehnthausvereins ein, dann gab es Theorie zur Geschichte des Gemäuers - und zum „Anfassen“ die hier in Odendorf vertretenen Fahnen, von der Deutschlandfahne bis hin zum Odendorfer Tuch und dem des „Tages des offenen Denkmals“. Anschließend wurde das Gebäude vom Dachboden bis zum Keller erkundet, ohne Licht eine bisweilen etwas gruselige Angelegenheit. Zum Abschluss konnten sich die Besucher noch etwas zur Erinnerung aussuchen, Baseball-Caps und andere Kleinigkeiten. Mal eine etwas anders geartete Unterrichtsstunde - oder eine Einstimmung auf die nahen Osterferien? Vielleicht haben die Besucher noch lange die Zahl des Tages in Sinn: 1726, das Baujahr des Zehnthauses.


Samstag, 7. März 2015
Die Eiszeitjäger von Oberkassel

Besuch des Zehnthausvereins im LVR-Museum Bonn
Swisttal-Odendorf. - Nach der Theorie kommt die Praxis. Und so konnten sich wenige Tage nach dem Vortrag beim Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig über die „Eiszeitjäger von Oberkassel“ die Zuhörer vor Ort im LVR-Museum Bonn die Ausstellung zu den Funden ansehen. Gut ausgebildete und engagierte Führerinnen begleiteten die Besucher in kleinen Gruppen von Station zu Station und schilderten ihnen alles Wichtige über den Fund der späteiszeitlichen Menschen, die damals vor 14000 Jahren herrschenden Lebensbedingungen, die späteiszeitliche Tierwelt und Flora, die künstlerisch gestalteten Grabbeigaben und vieles andere mehr. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, dass der vorangegangene Vortrag von Dr. Liane Giemsch im Zehnthaus mit seinen Hinweisen auf zahlreiche Details für das Verständnis der Ausstellung wichtig und förderlich war. Ebenfalls ist festzustellen, dass die Präsentation der Eiszeitjäger und  ihr Umfeld überaus besucherfreundlich gelungen ist. Auch die Möglichkeiten, sich in die Ausstellung einzubringen, ja in sie „einzutauchen“, sind insbesondere für junge  Museumsbesucher in großem Maße gegeben.


Dienstag, 3. März 2015, 20.00 Uhr, Zehnthaus
Dr. Liane Giemsch, Leiterin Forschungsprojekt Oberkassel

Eiszeitjäger – Leben im Paradies. Europa vor 15000 Jahren
Unsere Referentin, Frau Dr. Liane Giemsch vom Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn, ist Leiterin des Forschungsprojekts Oberkassel und Mitkuratorin der derzeit im LVR-LandesMuseum Bonn gezeigten Ausstellung „Eiszeitjäger – Leben im Paradies. Europa vor 15000 Jahren“. Ihr Vortrag war zugleich eine Vorbereitung auf unseren Besuch der Ausstellung am Samstag, 7. März 2015.

Vor 100 Jahren machten Steinbrucharbeiter in Oberkassel bei Bonn eine sensationelle Entdeckung: Ein 15000 Jahre altes Doppelgrab aus der späten Eiszeit. Die 25-jährige Frau und ein etwa 35-45-jähriger Mann sind die zweitältesten anatomisch modernen Menschen Deutschlands. Mit ihnen wurde einer der weltweit ältesten Haus-Hunde beigesetzt. Zusätzlich gab man dem Paar aus Geweih und Knochen gefertigte Kunstobjekte mit ins Grab. So ein Fund wirft neugierige Fragen auf: Wie sahen diese Menschen in der Eiszeit aus? Wie lebten sie, wovon ernährten sie sich? Wie sah die heutige Bonner Region damals aus?

Zum 100-Jährigen Jubiläum dieser Entdeckung wurden diese einzigartigen Funde durch ein internationales Team von 30 Wissenschaftlern mit modernen Methoden neu untersucht. Beeindruckende Details über das Aussehen und über Leben und Umwelt der beiden Eiszeitmenschen wurden rekonstruiert. Im Vortrag werden uns die neuesten Erkenntnisse über die Jäger am Ende der letzten Eiszeit präsentiert.


Mittwoch, 4. Februar 2015, 19.30 Uhr, Zehnthaus
Mitglieder loben Vorstandsarbeit
Harmonische Mitgliederversammlung


Swisttal-Odendorf. - Die Satzung schreibt sie vor, die jährliche Mitgliederversammlung. Obwohl nicht mit „vollem Haus“ gerechnet werden konnte, lud der Vorstand des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig Anfang Februar wieder dazu ein. Irgendwie wirkt sie wie Routine, wenn nicht auch der Vorstand neu gewählt werden muss. Sie hat aber auch eine wichtige Funktion für das Vereinsleben, für die Information der Mitglieder über das Vereinsgeschehen, für den Vorstand über die Stimmung im Verein. Der ist zwar im Allgemeinen gut darüber informiert, aber eine konzentrierte Aussprache kann schon hilfreich sein.

Die Erste Vorsitzende, Dr. Maria Burger, berichtete über die Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr, über die Vermietungssituation und über die finanzielle Lage. Für die Kassenprüfer berichtete Richard Bulheller über die Kassenführung des Kassierers, bescheinigte ihm, vorbildliche Arbeit geleistet zu haben, und empfahl uneingeschränkte Entlastung. In der Aussprache über die Berichte ließ ein Beitrag eines Mitgliedes besonders aufhorchen. Sie habe in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Funktionen das Zehnthaus angemietet, berichtete die Frau, und sie finde es bemerkenswert, wie vorbildlich, wie unkompliziert und kooperativ diese Vermietungen abgewickelt worden seien. Sie wolle einmal die Gelegenheit nutzen, dem für die Vermietungen Zuständigen ihre Anerkennung auszudrücken. Das war ein gern gehörtes Lob, das wie ein „Sahnehäubchen“ auf der Entlastung des Vorstands für seine Arbeit wirkte.


Nachdem Dr. Burger auch einen Ausblick auf das kommende Vereinsjahr gegeben hatte und keine Fragen mehr vorlagen, konnte sie die Versammlung schließen.


Montag, 12. Januar 2015, 19.30 Uhr, Zehnthaus

Stimmungsvoller Neujahrsempfang

Zehnthausverein lud zum Jahresauftakt

Ein vielfältiges Veranstaltungsangebot hat der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig für seine Mitglieder, Förderer und Freunde für das jetzt beginnende Jahr vorbereitet. Am Anfang eines jeden Jahresprogramms steht seit vielen Jahren der Neujahrsempfang, bei dem sich Mitglieder, Freunde und Förderer des Zehnthausvereins zum Gespräch zusammenfinden. So auch vor wenigen Tagen, wo die Schar der Gäste rekordverdächtige Ausmaße annahm. Vertreter von Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik „knubbelten“ sich mit Ehrenamtlern unterschiedlichster Provenienz und Fachrichtung, Vereinsvorsitzende steckten die Köpfe mit Repräsentanten von Geldinstituten zusammen, ein Geistlicher diskutierte mit Bildungsspezialisten – und dazwischen machten sich Vereinsmitglieder Gedanken über tagesaktuelle Geschehnisse, über Gott und die Welt.

In ihren Begrüßungsworten ging Dr. Maria Burger, Erste Vorsitzende des Zehnthausvereins, auf die Zweckbestimmung des Zehnthauses einst und jetzt ein und hob die Verdienste des Vereinsgründers Dr. Johann Bayer um dieses Gebäude hervor. Nicht zuletzt die jüngst erfolgte Verlängerung des Nutzungsvertrages zwischen der Gemeinde Swisttal und dem Zehnthausverein stelle sicher, dass nicht nur für Odendorf, sondern für ganz Swisttal auf Jahre hinweg ein Kulturzentrum und eine Begegnungsstätte erhalten bleibe. Um dieses Ziel umzusetzen bat Burger aber nicht nur die Vereinsmitglieder um Unterstützung, sondern auch Außenstehende. Sie könnten helfen, das Haus etwa durch die Anmietung der Räume für private oder betriebliche Feiern bzw. ähnliche Anlässe mit Leben zu füllen. Dieser Neujahrsempfang zeige, welche Möglichkeiten sich hier böten. So werde auch deutlich, welche Vorteile die Nutzung historischer Bauten biete. Hier steht alles zur Verfügung, was man zum Feiern braucht, von der Küche bis hin zu den sanitären Anlagen. Ohne aufwändige Dekoration lasse sich  in solchen Mauern eine stimmungsvolle Atmosphäre herstellen. Zu bestimmten Zeiten müsste man sich allerdings frühzeitig entscheiden. So sei etwa zu Kommunionszeiten die Nachfrage besonders groß.



Landfrauencafé im Zehnthaus hört auf
Dank des Zehnthausvereins an die fleißigen Frauen

Swisttal-Odendorf. - Im Frühjahr 2006 wurde auf dem Odendorfer Zehnthofplatz mit viel Elan und Optimismus ein „Rheinischer Bauernmarkt“ mit regionalen Produkten aus der Umgebung eröffnet. Da gab es Stände mit Obst und Gemüse, frischem Fleisch und Wurstwaren, Käse, Blumen und vieles anderes mehr. Parallel dazu zog in das Zehnthaus das „Landfrauencafé“ ein, das selbst gebackene Torten und Kuchen und die dazu gehörenden Getränke, aber auch selbst hergestellte Marmeladen anbot. Die Begeisterung war groß. Von allen Seiten wurde das neue Angebot begrüßt. Aber das Einkaufsverhalten der Odendorfer trug dem nicht Rechnung. Es gibt im Ort zu viele andere Anbieter für das gleiche Warensortiment. So bröckelte die Präsenz der Anbieter und damit ihr Angebot nach und nach ab. Bis zuletzt nur noch ein Fischlieferant aus Bremerhaven mit sehr leckerem frischen Fisch übrig blieb. Und eben das Landfrauencafé, das bei sonnigem Wetter auf dem Zehnthofplatz Stühle und Tische aufstellte, so dass man sich wie im Biergarten – ohne Bier – fühlte. Das Café hatte sich zu einer festen Größe im Odendorfer Leben entwickelt. Hier fanden sich Alt-Odendorfer und Neubürger zusammen. Leute, die man sonst nicht in einem Café antreffen würde, trafen sich jetzt regelmäßig nicht nur zum kurzen Schwätzchen, sondern zu zeitlich ausgedehnten „Sitzungen“, bei denen häufig die Welt verbessert wurde – oder auch nicht.

Doch das ist nun zu Ende. Den letzten beiden Betreiberinnen des Landfrauencafés, Elisabeth Kümpel und Hannelore Kluge, wurde das zu viel und zu schwer. So haben sie jetzt den Betrieb des Cafés aufgegeben. Am 27. November war es letztmalig geöffnet. Der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig, der den Landfrauen die Räumlichkeiten überlassen hatte, bedauert diesen Schritt sehr, zeigt aber auch Verständnis für diese Entscheidung. Dem Verein als Vermieter sei es aber ein Anliegen, den beiden verbliebenen Café-Betreiberinnen und Monika Heck, einer langjährigen Mitstreiterin, für ihre Arbeit im Zehnthaus, für ihr Engagement für Odendorf und für die langjährige gute Zusammenarbeit zu danken. Neben den obligatorischen Blumen überreichte ihnen die Erste Vorsitzende des Vereins, Dr. Maria Burger, Restaurant-Gutscheine für ein gutes Essen. „Sie haben achteinhalb Jahre für das leibliche Wohl ihrer Gäste gesorgt. Jetzt ist es an der Zeit, dass Sie auch mal etwas für Ihr leibliches Wohl tun“ betonte Burger.

Wie es mit einer vergleichbaren Einrichtung weitergeht, steht noch nicht fest. Vielleicht tut sich etwas im nächsten Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauengemeinschaft und dem Katholischen Pfarrzentrum. Der freundliche Fischverkäufer aus Bremerhaven hofft auch weiterhin auf Kundschaft, jeden Donnerstagnachmittag auf dem Zehnthofplatz – wenn entsprechende Nachfrage besteht.


Mittwoch, 3. Dezember 2014, 20 Uhr
Erzählerin Karin Weiss
Brüder Grimm – Erzählte Kostbarkeiten


Es war einmal mitten im Winter ... Es war einmal eine arme Frau ... In alten Zeiten lebte ein König ... Es hatte ein Mann einen Esel ... In unbestimmt ferner Vergangenheit spielen Geschichten, die uns in ihrer Zeitlosigkeit auch heute berühren können.

Alle haben wir schon Märchen gehört und gelesen und wahrscheinlich auch schon selbst erzählt. Vielleicht glauben wir vorschnell: Märchen der Brüder Grimm – kenne ich doch schon. Aber haben wir den Texten, deren Inhalt wir irgendwie kennen, schon einmal richtig zugehört?

Die Gelegenheit dazu haben Sie bei einem Literaturabend im Zehnthaus.
Karin Weiss hat eine Ausbildung in der Kunst des Erzählens und eine Stimmbildung absolviert. Seit einigen Jahren ist sie als professionelle Erzählerin tätig. Sie erzählt für Kinder und Erwachsene, bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen, Geschichten und klassische Volksmärchen der Weltliteratur. Besonders gerne trägt sie die Märchen der Brüder Grimm vor. Das gemeinschaftliche Zuhören wird zur inneren Verbundenheit bei Jung und Alt.
Karin Weiss berichtet: „Für mich sind Märchen erzählte Kostbarkeiten, die bis heute nichts von ihrer Schönheit und Weisheit verloren haben."
Wir laden Sie herzlich ein zu einem stimmungsvollen Abend im Zehnthaus. Lassen Sie sich entführen in die Welt der Märchen.


Kunstausstellung im Zehnthaus unter der Schirmherrschaft Verein Zehnthaus e.V.

Fr. 07.11. - So. 09.11.2014, Zehnthaus

Kunstausstellung im Zehnthaus auch in diesem Jahr vorverlegt!
Der im vergangenen Jahr erstmalig testweise eingeführte frühere Ausstellungstermin hat sich bewährt. Deshalb hatten auch in diesem Jahr 10 Künstler aus der Region ihre Arbeiten schon in der zweiten Novemberwoche präsentiert.

Damit konnte sich die beliebte Ausstellung von den vielen Vorweihnachtsterminen abkoppeln und bot doch gleichzeitig den Besuchern Gelegenheit, ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu erwerben.

Eine interessante Mischung aus im Zehnthaus bereits gut bekannten und aus neuen Künstlern, die die Organisatorin gewinnen konnten, zeigte Werke aus folgenden Bereichen:

Gold-und Silberschmuck (Nina Buchmann); Collagen (Ines Depré); Quilts und Patchwork (Karin Donath); Aquarellmalerei (Dankward von Funk); Tierporträts (Norbert Gramer); Naturfotografie (Paul Kornacker); freie/ experimentelle Stickerei (Ursula Liebenau); Collagen, Acryl-, Aquarellmalerei (Donatha Reinhard); Holzarbeiten (Bernd Scheffler) und Keramik (Anne Steckelbroeck).

Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft des Vereins Zehnthaus e.V. Die Vernissage, zu der der Verein jedermann herzlich einlud, war am Freitag, 07.11.2014 um 20:00 Uhr.

Ausstellungstermine waren am Samstag, 08.11.2014 sowie am

Sonntag, 09.11.2014.

Freitag, 31. Okt. 2014, 20 Uhr, Zehnthaus

Musikabend: Consort of Five, Voices
Renaissancemusik für fünf Blockflöten

Sonja Kemnitzer, Eva Susanna Kuen, Andrea Vinçon, Claudia Heinisch, Nina-Eike Riegler

  Seit seiner Gründung begeistert Consort of five mit zahlreichen Konzerten auf internationalen Festivals, in kleinen Kirchen und alten Schlössern sein Publikum. Die Blockflötistinnen haben an den führenden Hochschulen für Alte Musik in Basel, Bremen, Köln, Frankfurt, Zürich und Paris studiert und sich auf die Erforschung und Interpretation dieser Musikrichtung spezialisiert. Sie erhielten wichtige Impulse von weltweit renommierten Professoren wie Han Tol, Kees Boeke und Michael Schneider. Konzertreisen führten das Ensemble u.a. nach Estland, in den Libanon und in die Schweiz. Die Musikerinnen wirkten außerdem mit an mehreren Produktionen u.a. für Radio Bremen und den Bayerischen Rundfunk. Im Jahr 2009 erschien die CD "Voices", die u.a. im Sender WDR 3 vorgestellt wurde.

Das Blockflötenquintett widmet sich hauptsächlich der Renaissance-Musik. Sein umfassendes Repertoire enthält weitgehend unbekannte Werke und ermöglicht kurzweilige und geistreiche Programme. Consort of five steht für lebendige und aussdrucksstarke Interpretationen. Die Künstlerinnen formen fünf eigenständige Stimmen zu einem transparenten Gesamtklang, dessen Wärme und Nuancenreichtum faszinieren. Musiziert wurde auf über 20 Blockflöten von Sopran bis Subbass, die eigens für das Quintett nach historischen Vorbildern gefertigt wurden.

Im Rahmen des Konzerts gaben die jungen Blückfötisten Michel Ehlker, Janik Nagen sowie Leonie Titz, Schüler an der Musikschule Meckenheim-Rheinbach-Swisttal, gemeinsam mit ihrer Lehrerin Dorothee Simone einen Gastauftritt mit franösischen Chansons der Renaissance.


Mittwoch, 01. Oktober 2014, 20 Uhr, Zehnthaus

Künstler im Kampf, pro und contra 1914 - 1918
Dr. Carl Körner sprach im Odendorfer Zehnthaus

Swisttal-Odendorf. – Einen außergewöhnlich beeindruckenden, berührenden Vortrag erlebten kürzlich die Besucher des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig. Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Daher hatte der Verein den Odendorfer Künstler Dr. Carl Körner gebeten, über „Künstler im Kampf, pro und contra 1914 – 1918“ zu sprechen.

Körner begann mit den drei „Einigungskriegen“, dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864, dem sog. Deutschen Krieg 1866 und dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71, in deren Folge es zur Gründung des Deutschen Reiches kam. Im ganzen Reich hatte sich ein deutsches Nationalbewusstsein gebildet. Um diese Einheit zu schützen waren weite Teile des Volkes auch zu einem „Heiligen Krieg“ bereit. Dieser Stimmung konnten sich auch viele Künstler nicht entziehen und ließen sich für die Kriegspropaganda einspannen. Sie sprachen “von der reinigenden Kraft des Krieges“ (Ernst Ludwig Kirchner) oder meinten, „die Idee des Krieges ist etwas, dem alles andere untergeordnet“ werden müsse (Ernst Barlach). Georg Grosz meldete sich erst freiwillig, übte später aber harsche Kritik an der Gesellschaft und an der Kirche. Auch Oskar Kokoschka war anfangs euphorisch, ging an die russische Front, wurde dort verwundet und kam später als “Kriegsmaler“ zurück, um damit dem Vaterland zu dienen, wie er sagte. Ernüchtert gab er aber bereits 1917 seine „Anti-Kriegs-Mappe“ heraus. Das war nicht ungefährlich, denn Kritiker wurden gesellschaftlich ausgesperrt oder gar bestraft. Max Beckmann nannte als Einziger die Mobilmachung „die größte nationale Katastrophe“. Er war gegen den Krieg, zog aber aus Nationalbewusstsein als Sanitäter ins Feld. Seine Kriegserlebnisse konnte er lange Zeit nicht verarbeiten. Ähnlich erging es Otto Dix, der anfangs die Entwicklung positiv sah, freiwillig in den Krieg zog, dann ironische Kritik übte und sich viele Jahre mit der Verarbeitung seiner Kriegserlebnisse quälte.

Die Schilderungen Körners und die teilweise unter die Haut gehenden Bilder, die er dazu zeigte, zeigten Wirkung. Als er mit seinem Vortrag endete, herrschte bedrückte Stille – bis sich wie befreit rauschender Beifall erhob. Körners Angebot, noch auf Fragen einzugehen, fand kaum Resonanz. Das Publikum brauchte erst einmal Zeit, um das Gehörte und Gesehene zu verarbeiten.

Samstag, 06. September 2014, ganztägig,

Exkursionsleitung: Dr. Jens Friedhoff
Exkursion nach Hachenburg mit Abtei Marienstatt, Stadt Führung, Schlossanlage Hachenburg und Besuch der Ausstellung 700 Jahre Hachenburg

Nach dem Vortrag hat der Zehnthausverein die Wirkungsstätten der Grafen von Sayn in Hachenburg und der Abtei Marienstatt aufgesucht. Um „Die Grafen von Sayn – eine mittelrheinische Dynastenfamilie“ ging es auch bei der Exkursion. Das Grafengeschlecht von Sayn leitete seinen Namen von der bei Bendorf errichteten Burg Sayn ab und wurde 1139 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die genauen Ursprünge der ersten Grafen von Sayn liegen noch im Dunkeln; eine Abstammung vom Haus Nassau ist wahrscheinlich. Die Grafen erwarben nach und nach Güter im Westerwald, an der Sieg und am Niederrhein. Zu den bedeutendsten Vertretern der Familie gehört Graf Heinrich III. von Sayn, der um 1200 Burg und Ort Hachenburg gründete und als einer der Gründer des Zisterzienserklosters Marienstatt bei Hachenburg gilt.

Mittwoch, 27. August 2014, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag von Dr. Jens Friedhoff
Die Grafen von Sayn – eine mittelalterliche Dynastie

Dr. Jens Friedhoff spricht im Odendorfer Zehnthaus

Swisttal-Odendorf. – Zu einem Vortrag über das Grafengeschlecht derer von Sayn, Gründer der Stadt Hachenburg, lud der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig in das Odendorfer Zehnthaus, Am Zehnthof 1. Referent des Abends war der Historiker Dr. Jens Friedhoff, Stadtarchivar von Hachenburg,wo er sich in diesem Jahr dem 700jährigen Stadtjubiläum widmete.
Erstmals urkundlich in Erscheinung treten die Grafen von Sayn im Jahre 1139. In nur drei Generationen gelang ihnen der Aufstieg zu einer der bedeutendsten Dynastien im Mittelrheingebiet. Ausgehend von ihrer namengebenden Stammburg Sayn am Nordrand des Neuwieder Beckens erstreckte sich ihr Besitz in weiter Streulage von der Lahn über den Westerwald bis zur Siegmündung (Stadt und Burg Blankenberg), bis nach Südwestfalen und an den Niederrhein (Hülchrath). Zu den bedeutendsten Vertretern der Familie gehört Graf Heinrich III. von Sayn (gest. 1246/47), der am Ostrand seines Herrschaftsgebietes um 1200 Burg und Ort Hachenburg gründete. Gemeinsam mit seiner Gattin Mechthild gilt er als zweiter Gründer des Zisterzienserklosters Marienstatt bei Hachenburg. Im Rahmen des Vortrags wurde die Geschichte des heute fürstlichen Hauses Sayn von den mittelalterlichen Anfängen bis zur Gegenwart beleuchtet.
Der Vortrag war zugleich Vorbereitung auf die Exkursion des Zehnthausvereins am Samstag, 6. September, bei der Dr. Friedhoff durch Hachenburg mit Schloss und Ausstellung sowie zum Kloster Marienstatt führte.

  Swisttalfest in Odendorf, Zehnthofplatz
                                        So., 24.08.2014, 13-18 Uhr


Sommerferien: 07.07.2014-19.08.2014


Zehnthausverein trauert um Heinz Frommhold
Swisttal-Odendorf. - Große Anteilnahme hat beim Vorstand des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig die Nachricht ausgelöst, dass Heinz Frommhold am 11. Juli verstorben ist. Mit ihm verliert der Zehnthausverein ein über viele Jahre aktives und engagiertes Mitglied.
Heinz Frommhold war eines der Gründungsmitglieder des Vereins und arbeitete gemeinsam mit dem Ersten Vorsitzenden Dr. Johann Bayer und anderen Vereinsmitgliedern an dem Ziel, das Zehnthaus vor dem Abriss zu bewahren und zu restaurieren. 1976 wurde er zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, ein Amt, das er bis 1982 wahrnahm. Das war eine besonders arbeitsintensive Zeit, die wegen der wichtigen Bauphase ausgefüllt war mit viel technischer Planung und Organisation sowie oft zähen Verhandlungen mit der Gemeinde Swisttal. Denn im Juli 1981 stand die Eröffnung des renovierten Zehnthauses an.
1982 aus dem Vorstand ausgeschieden setzte er seine Kraft weiterhin für den Zehnthausverein ein, indem er für die Mitglieder Exkursionen durchführte und Wanderungen organisierte.
Noch im März dieses Jahres war Heinz Frommhold anlässlich des 40jährigen Vereinsbestehens gemeinsam mit anderen Gründungsmitgliedern zu einer Kaffeerunde im Zehnthaus und beteiligte sich fröhlich und lebhaft an den Gesprächen. Umso überraschender trifft da den Vorstand die Todesnachricht. Der Zehnthausverein wird Heinz Frommholds Andenken in Ehren halten und bewahren.



Dorffest mit Kirmes in Swisttal-Odendorf, Zehnthofplatz, Am Zehnthof 1
Sa.+So., 28.-29. Juni 2014

Trödelmarkt und Große Tombola mit vielen Gewinnen
Schießwagen und Laserschießen
Pendelwurfstand – Töpfern – Naturquiz
Eine-Welt-Laden, Kickern und Buttons herstellen
Kinderschminken und Fahrzeugrennen für Kinder
Fußball-Torwandschießen und Rennsimulator
Ausstellung “Große Künstler – Kleine Künstler“
Vorführung von Löschfahrzeugen und Rettungsgerät


Josef Muhr über "Huhdütsch met Knubbele - was ist typisch Rheinisch?"

SWISTTAL-ODENDORF.  Es gibt ihn wohl doch, den typischen Rheinländer. Was unterscheidet den Menschen aus Bonn, Düsseldorf, Köln, dem Bergischen Land und der mittleren und unteren Sieg von Bewohnern anderer deutscher Regionen?
Experte der 'kölschen Sproch': Josef Muhr zu den feinen Nuancen des Dialekts.         Foto: Henry
Experte der 'kölschen Sproch': Josef Muhr zu den feinen Nuancen des Dialekts.
Foto: Henry

Diese Frage beschäftigt seit Jahren den Germanisten und Historiker Josef Muhr. Um "Rheinische Mentalität im Spiegel Ihrer Sprache" ging es in seinem Vortrag am Dienstagabend im Odendorfer Zehnthaus. Auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig um die erste Vorsitzende Maria Burger sprach der gebürtige Kölner zum dritten Mal in der Swisttaler Ortsgemeinde.

Muhr geht in seiner "Sprach- und Mentalitätsforschung" ("es ist keine mathematische Bestimmbarkeit, sondern eher eine Vernunft des Herzens") vom Kölschen, seiner Muttersprache, aus ("das Hochdeutsche habe ich mir als Zweitsprache angeeignet"). Und da faszinieren die Derbheit und Direktheit der Sprache, die aber, so Muhr, trotzdem in ihren Bedeutungen nuanciert sei.

So benutze der Kölsche "leck mich am Aasch" im Sinne von "Was Du nicht sagst" oder "das darf doch nicht wahr sein". Muhr machte deutlich, dass der Rheinländer hinter seiner groben Sprache ein Gefühlsleben verberge, mit dem er jedoch nicht "hausieren" gehe. Die Zurschaustellung seiner Gefühle sei ihm unangenehm.

"Nä, nä, wat ene bedrövte Krom, do spricht mer am beste jarnit vun", sei dann eine der Standard-Antworten. Der Grund für das Misstrauen allem Pathetischen, allem Fanatismus gegenüber liegt für Muhr in der Vermischung der Bevölkerung durch die Jahrhunderte. Ein Rheinländer kritisiere nicht, sondern seine Kritik wirke eher besänftigend.

Als Urkölner führte Muhr denn auch "Tünnes und Schäl"an, in deren Logik das Denken und Fühlen der Domstädter sichtbar werde. Witze über die politische und kirchliche Obrigkeit gehörten auch heute noch zum Alltag. Geselligkeit, Lebens- und Genussfreude seien wesentliche Merkmale des typischen Rheinländers. Letztlich, so Muhrs Fazit, drücke sich in der Sprache die Denkweise und damit auch die Mentalität des Rheinländers aus.

Bedauerlich findet er das allmähliche Verschwinden der deutschen Mundarten. "Aber es gibt ermutigende Zeichen dafür, dass wir im Rheinland dem hochdeutschen Einheitsbrei nicht gänzlich anheimfallen werden". Begeistert zeigten sich die 70 Zuhörer, deren Fragen zu dialektalen Nuancen Muhr beantwortete.



Samstag, 24. Mai 2014, ganztägig
Exkursion zur Wahnbachtalsperre, Fischereimuseum Bergheim/Sieg

Exkursion zu einem interessanten Zielen in der näheren Umgebung. Am Samstag führte eine solche ganztägige Exkursion zur Wahnbachtalsperre. Dort konnten die Besucher nach einem Einführungsvortrag über den Wahnbachtalsperrenverband (WTV) das Dammbauwerk und die Trinkwasseraufbereitungsanlage besichtigen. Außerdem war ein Besuch im Fischereimuseum Bergheim/Sieg vorgesehen, wo u.a. eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Fischerei an der unteren Sieg zum Besuch einlud und Informationen zum Naturschutzgebiet Siegaue anbot.

Nachdem wir uns im vorigen Jahr mit dem Element Feuer (in Gestalt des Vulkanismus) beschäftigt haben, wollten wir uns diesmal dem Element Wasser zuwenden.
Zunächst wurde uns durch sachkundige Führung des Wahnbachtalsperrenverbands das Thema Trinkwasseraufbereitung erläutert. Anschließend brachte uns der Bus zum Dammbauwerk der Talsperre.
Der Einstieg in das Dammbauwerk erforderte eine gute körperliche Verfassung, da ca. 240 Treppenstufen zu bewältigen waren und enge Gänge passiert werden mussten!
Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging die Fahrt weiter zum Fischereimuseum in Bergheim an der Sieg. Der Fischfang bildete über viele Jahrhunderte die Lebensgrundlage für die Menschen an der Sieg. Die Geschichte der Fischerei-Bruderschaft – gegründet im Mittelalter – wurde uns in einer Führung erläutert.

Donnerstag, 08. Mai 2014, 20 Uhr, Zehnthaus

Kammerkonzert mit dem Schöbel-Quartett
Seit Jahrzehnten sind die Konzerte des Schöbel-Quartetts fester Bestandteil im Jahresprogramm des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig, meist am Jahresende, in diesem Jahr schon im Frühjahr. Am Donnerstag, 8. Mai, gab das Quartett sein diesjähriges Kammerkonzert. Auf dem Programm standen Werke von Ludwig van Beethoven, Edvard Grieg und Jean Sibelius. Ein besonderes Flair erhielt die Veranstaltung durch den Veranstaltungsort, denn das Konzert findet in historischen Gemäuern statt, im Zehnthaus Odendorf, in Swisttal-Odendorf, Am Zehnthof 1.
Konzert-Programm
Edvard Grieg, Streichquartett F-Dur
Ludwig van Beethoven, Streichquartett op. 18 Nr. 1
Jean Sibelius, Streichquartett d-Moll op. 56
Ensemble
Heinz Schöbel (Violine), Peter Bruns (Violine), Gertrud Schmidt (Viola) und Berenike Langmaack (Violoncello).

Donnerstag, 10. April 2014, 20 Uhr, Zehnthaus

Vortrag: Dr. Carsten Wenzel
Eine Welt voller Verbrechen? – Kriminalität im Römischen Reich

Das Jahr 2014 ist Römerjahr in der Region. Mit vielfältigen Veranstaltungen wird dies begangen.
Wir freuen uns, Ihnen auch einen spannenden Vortrag zu dem Themenfeld anbieten zu können.

Referent Dr. Carsten Wenzel spricht über "Eine Welt voller Verbrechen? – Kriminalität im Römischen Reich"
Das Imperium Romanum war eines der bedeutendsten Reiche der Weltgeschichte. Seinen Aufstieg vom Stadtstaat zur beherrschenden Macht des Mittelmeerraums verdankte es vor allem der Schlagkraft seiner Armee und einer effizienten Verwaltung. So wirkt das hoch entwickelte römische Rechtswesen in vielen Bereichen bis heute fort und bildet eine der wesentlichen Grundlagen der modernen Rechtssysteme in Europa.
Angesichts dieser Tatsachen verwundert es, dass das antike Weltreich zu keinem Zeitpunkt eine eigenständige Polizeibehörde besaß, eine Staatsanwaltschaft im heutigen Sinn nicht existierte und die strafrechtliche Verfolgung von Kriminaldelikten keineswegs einheitlich organisiert war. Schutz vor Verbrechen blieb für Jahrhunderte ebenso eine Privatangelegenheit wie die Verfolgung der Täter. Und so kann es kaum verwundern, wenn erhaltene Schriftquellen und Inschriften aus dem Römischen Reich voll sind von Klagen über Diebstähle, Raub, Betrug und Mord! Ein von persönlichen Erfahrungen und Klischees gespeistes Zerrbild oder antike Realität?
Anhand ausgewählter archäologischer Funde und Inschriften aus dem römischen Germanien sowie Papyrustexten aus Ägypten gibt der Vortrag einen ungewöhnlichen Einblick in antiken Alltag und die Lebenswelt der Menschen vor 2.000 Jahren. Von gezinkten Würfeln und gestohlenen Mänteln über aufgebrochene Schlösser bis hin zu den Skeletten von Mordopfern – die Spuren einiger Verbrechen lassen sich von den Archäologen bis in die Gegenwart verfolgen.

Unser Referent, Dr. Carsten Wenzel hat provinzialrömische Archäologie studiert und arbeitet seit vielen Jahren als freier Mitarbeiter am Archäologischen Museum in Frankfurt am Main. An der
Planung und pädagogischen Betreuung der Ausstellung „Gefährliches Pflaster“ war er beteiligt.



Samstag, 22. März 2014, 10 - 12 Uhr, Zehnthofplatz

Dorfreinigung 2014 in Odendorf

mit den Vereinen, Kindergartenkindern sowie  Schülerinnen und Schülern der GG-Grundschule aus Odendorf

Treffpunkt Zehnthofplatz / am Zehnthaus


Donnerstag, 06. März. 2014, 20 Uhr, Zehnthaus
Zeitreise durch die Glasgeschichte

Referentin: Swantje Lunau

Swisttal-Odendorf. – Mit einem Vortrag über „Glas im Wandel der Jahrtausende“ startete der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig sein „offenes“ Jahresprogramm 2014. Nach dem Neujahrsempfang im Januar und der Mitgliederversammlung im Februar bot die Odendorfer Glasmeisterin Swantje Lunau eine faszinierende Zeitreise durch 6000 Jahre Glasgeschichte von der Erfindung bis zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der heutigen Zeit.

Glas ist ein Werkstoff, der in vielen Bereichen unseres Lebens selbstverständlich ist. Seine Transparenz, Farben, Formen und die Möglichkeiten seiner Gestaltung faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden. Dabei besteht es im Wesentlichen „nur“ aus Quarzsand, Kalk, Soda und Pottasche. Wie das Glas erfunden wurde, wird in Legenden und in wissenschaftlichen Darstellungen berichtet. Die wahrscheinlichste Version ist, dass das Glas als Zufallsprodukt in der Schlacke von Schmelzöfen gefunden wurde. Als erster „geplanter“ Einsatz von Glas gilt die Glasur von Gefäßen durch ägyptische Töpfer. In der Bronzezeit, galt Glas als „königlicher“ Stoff, der nur vom Pharao und hohen ägyptischen Beamten genutzt werden durfte. Bald wurde auch die Herstellung von Glasperlen erfunden, die so beliebt und geschätzt waren, dass sie etwa ab 1450 v. Chr. nicht nur in Ägypten als Zahlungsmittel Verwendung fanden („Glasperlen als der erste Euro“). Glas wurde bald ein so begehrtes Produkt, dass damit bis Skandinavien, China und Afrika (Mali) gehandelt wurde.

Auch im Römischen Reich fand Glas in Form von Perlen, Gefäßen, aber auch als Fensterglas Anwendung. Glas bedeutete hier Macht und Reichtum. Zentrum der Perlenherstellung war ab etwa 982 n. Chr. in der Nachfolge islamischer Glasfabriken Venedig, von wo die Produktion um 1295 aus Gründen des Feuerschutzes und der Geheimhaltung der Herstellungsrezepte nach Murano verlegt wurde. Besonders bekannt waren damals Achatgläser, auch Jaspis-, Onyx- oder Chalzedongläser genannt. Das christliche Mittelalter war eine glasperlenarme Zeit, da dieser Schmuck nicht in das damalige christliche Weltbild passte. Das änderte sich etwa 1500 n. Chr., als Glasperlen in großen Mengen hergestellt wurden.

Abschließend ging Lunau nochmals auf die Vielseitigkeit der Verwendungsmöglichkeiten von Glas ein. Neben der Gefäßherstellung sind hier besonders Flachglas-, aber auch andere Formen am Bau, in der Industrie und in der Technik zu nennen (Spiegel, Fenster, Schallschutz, Sicherheitsglas, Chemie u. a.). Beeindruckend auch die Schilderung, dass moderne Verglasungen bis zu 21 Meter lang und ca. vier Tonnen schwer sein können.

Swantje Lunau hat das Glasfach studiert und ist auch jetzt noch beruflich mit dem Einsatz und der industriemäßigen Verwendung von Glas befasst. Glas ist ihr Leben, das merkte man auch an ihrem durch Lichtbilder illustrierten begeisterten Vortrag. Kein Wunder also, dass ihre Begeisterung auf die zahlreichen Zuhörer übersprang, was sich nach dem Vortrag an zahlreichen ergänzenden Fragen festmachte.


Montag, 03. Feb. 2014, 19.30 Uhr, Zehnthaus

Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl

Swisttal-Odendorf. – Große Zufriedenheit mit der Arbeit des Vorstands prägte die Stimmung der Mitgliederversammlung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig am 3. Februar. So war es denn auch keine große Überraschung, dass alle Mitglieder des Vereinsvorstands nach Abgabe ihrer Rechenschaftsberichte, der Berichte der Kassenprüfer und der Entlastung hinsichtlich ihrer bisherigen Amtsführung einstimmig wiedergewählt wurden. Dr. Maria Burger (Erste Vorsitzende), Konrad Biewald (Zweiter Vorsitzender), Dr. Swen Holger Brunsch (Kulturwart), Klaus Peter Scholz (Schriftführer), Georg Henning (Kassenwart) sowie Elke Marion Utecht und Friedhelm Haas (beide Beisitzer) werden daher auch während der nächsten zwei Jahre die Vereinsgeschicke lenken.

Bezug nehmend auf das vierzigjährige Bestehen des Vereins in diesem Jahr hatte Burger in ihrem Bericht sehr nachdrücklich darauf hingewiesen, dass der Verein sich in den vergangenen vier Jahrzehnten mit sehr hohem persönlichen und finanziellen Einsatz für die Restaurierung und stetige Verbesserung des Zehnthauses einsetze. Es müsse immer wieder in Erinnerung gerufen werden, dass ein vom Abriss bedrohtes historisches Gebäude auf diese Weise für Odendorf gerettet werden konnte. Heute sei das Zehnthaus weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und trage so zur Attraktivität von Odendorf und Swisttal bei. Dies werde von der Gemeinde Swisttal wohl nicht so deutlich gesehen. Anders könne man die Kündigung des Nutzungsvertrages mit dem Zehnthausverein durch die Gemeinde nicht deuten. Denn der jetzt von der Gemeinde vorgelegte Vertragsentwurf könne vom Vorstand des Zehnthausvereins so nicht akzeptiert werden.

In der dann folgenden lebhaften Diskussion drückte die Mitgliederversammlung ihr Unverständnis aus, dass die Gemeinde offensichtlich nicht einsehen wolle oder könne, dass das Zehnthaus nicht mit den Swisttaler Dorfhäusern zu vergleichen sei und daher andere Regelungen angewandt werden müssten. Schließlich schreibe die Satzung des Vereins in erster Linie gemeinnützige Zwecke wie die ideelle und materielle Förderung und Pflege kulturhistorischen Gutes der Orte Odendorf und Essig vor. Die Mitgliederversammlung beauftragte daher einstimmig den Vorstand, bei den weiteren Verhandlungen mit der Gemeinde darauf zu drängen, dass diese die bisherige ehrenamtliche Leistung sowie die kulturelle und kulturhistorische Tätigkeit des Vereins sowie deren Bedeutung für die Gemeinde berücksichtigen solle. Dies müsse sich dann auch in dem neu zu schließenden Vertrag niederschlagen.



Einladung - Neujahrsempfang Zehnthaus - Montag, 13. Januar 2014, 19.30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins Zehnthaus,

im Jahr 1974 hatten sich auf Initiative von Herrn Dr. Johann Bayer engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Odendorf und Essig zusammengeschlossen, um das vom Abriss bedrohte Zehnthaus zu retten. 40 Jahre sind vergangen seit der Gründung unseres Vereins. Das Zehnthaus wurde umfassend restauriert und so hergerichtet, dass es seit 1981 für Kulturveranstaltungen und Feiern genutzt werden kann. Über die Jahre wurden regelmäßig weitere Reparatur- und Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt. Wir dürfen stolz sein auf ein solches Schmuckstück im Ortskern von Odendorf.
Wir haben keine zentrale 40-Jahr-Feier im Programm. Stattdessen werden wir bei verschiedenen Anlässen das Jubiläum immer wieder in Erinnerung rufen.
Eine erste Gelegenheit ergibt sich beim Neujahrsempfang im Zehnthaus am Montag, 13. Januar 2014, 19.30 Uhr.
Dazu laden wir Sie heute schon herzlich ein. Wir freuen uns, wenn Sie im Zehnthaus mit uns, dem Vorstand des Vereins Zehnthaus, auf das neue Jahr anstoßen, und wir freuen uns, wenn wir in zwanglosem Rahmen mit Ihnen ins Gespräch kommen.


Bisher erfolgte Veranstaltungen in 2013

Donnerstag, 5. Dezember 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Musikabend
Kammerkonzert mit dem Schöbel-Quintet
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Zum Ausklang unseres Jahresprogramms waren Sie zum Kammermusikabend eingeladen.

Auf dem Programm standen
Joseph Haydn, Streichquartett op.1, Nr. 6
Eugen d’Albert, Streichquartett a-Moll, op. 7
Wolfgang Amadeus Mozart, Klarinetten-Quintett

Es spielten Heinz Schöbel (Violine), Peter Bruns (Violine), Gertrud Schmidt (Viola), Berenike Langmaack (Violoncello) und Beate Konietzny (Klarinette).



Dienstag, 19. November 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Dr. Ulrich Bock
Sancta Colonia – Reliquienkult im mittelalterlichen Köln

In Köln waren für Jahrhunderte Himmel und Erde keine völlig getrennten Bereiche. Hier wurden mehr Heilige verehrt, als die meisten Städte Einwohner hatten. Tausende Gebeine wurden aus römisch-fränkischen Gräbern in und um St. Ursula sowie St. Gereon geborgen und auf lokale Märtyrerlegenden bezogen. So wurde Köln eine Hochburg der Reliquienverehrung und des Handels mit Reliquiaren, übertroffen nur von Rom. Allein die hl. Ursula und ihre Gefährtinnen brachten es auf eine Legionsstärke von 11.000. Sie hoben Kölns Attraktivität als Pilgerstadt so sehr, dass die hl. Jungfrauen sogar im Stadtwappen Aufnahme fanden. Auch von außerhalb gelangten Reliquien in die Rheinmetropole, die den Ruhm der Stadt als Sancta Colonia noch steigerten, so Stab und Kette Petri oder die berühmten Gebeine der Heiligen Drei Könige.

Die literarischen Bekundungen zu diesem bedeutenden Phänomen abendländischer Frömmigkeits­geschichte sind vielfältig: Es gibt die inbrünstig glühende Verehrung des ‚heiligen Gebeins‘ ebenso wie spöttisch aufgeklärte Distanziertheit, ja sogar heftige Ablehnung. Ausgewählte Beispiele wer­den im Vortrag kommentierend vorgetragen und illustriert, z.B. durch das unergründliche Lächeln einer Ursula-Gefährtin.

Der Kunsthistoriker Dr. Ulrich Bock ist Referent des Museumsdienstes Köln / Museum Schnütgen.



32. Ausstellung von Kunst und Kunsthandwerk im Zehnthaus

Die alljährliche Kunstausstellung unter der Schirmherrschaft des Vereins Zehnthaus e.V. findet in diesem Jahr bereits Mitte November statt.
Damit wollen die Organisatoren neue Wege beschreiten; denn als die Kunstausstellung im Zehnthaus vor über 30 Jahren entstand, gab es zum ersten Advent noch nicht viele Veranstaltungen in der Region. Nunmehr sind aber die Veranstaltungskalender prall gefüllt mit Ankündigungen von Weihnachtsmärkten und anderen Ereignissen zum Adventsbeginn, und die Auswahl fällt schwer. Dies hat die Veranstalter dazu bewogen, die Kunstausstellung künftig vorzuverlegen.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein vielfältiges und interessantes Angebot:
Thomas Baumgärtner: Wurzelholzkugeln, Holzskulpturen
Ute Brockhausen: Malerei
Martin Gelbrich: Stickerei / Nadelmalerei
Hedda Knab: Aquarellmalerei
Swantje Lunau: Handgefertigte Glasperlen / Schmuck
Sabine Pingen: Patchwork und Textile Objekte
Kirsten Quednau: Malerei
Michaela Rübenach: Skulpturen und Malerei
Franz Schönbeck: Glas- und Spiegelbilder
Elke Utecht: Keramik 

Zur Ausstellungseröffnung wird Herr Prof. Dr. H. Pippert auf der Drehleier spielen.
Die Künstler und Künstlerinnen hoffen auf reges Interesse und freuen sich auf Ihren Besuch.



Sonntag, 13. Oktober 2013, 14 - 18 Uhr, Dorfsaal
Seniorennachmittag - Ausrichter: Ortsausschuss mit Unterstützung der Odendorfer Vereine



Mittwoch, 9. Oktober 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Menschliches und Tierisches.
Heitere Lyrik von Morgenstern bis Ringelnatz
Musikalischer Literaturabend mit dem Duo Jörg & Jörg


„Zwar Wirklichkeit erschaust du nie – doch es jauchzt die Phantasie“ (Christian Morgenstern).

Seit vielen Jahren treten Jörg Krause und Jörg Pfeiler als Duo „Jörg & Jörg“ zu den verschiedensten Anlässen auf, um den unsterblichen Klassikern der heiteren Lyrik – Althaus, Gernhardt, Kästner, Morgenstern und Ringelnatz – ihre Unsterblichkeit auch weiterhin zu sichern.
Diese Dichter sind Wortkünstler, die die Fesseln der sprachlichen Pedanterie und der sprachlichen Grenzen sprengen. Die tiefere Bedeutung ihrer Gedichte verschleierten sie durch skurrile Wortspielereien, Witz, Scherz und Ironie. In ihrem Programm stellten Jörg & Jörg die Dichter vor, und auch das Wesen der heiteren Lyrik wurde in Sentenzen angerissen.
Da es sich um heitere Lyrik handelte, nahmen wir das alles sehr, sehr ernst!
Untermalt wurde der Vortrag von mitreißenden Melodien – vorwiegend des alten Spanien – mit den Klängen der klassischen Gitarre.

Samstag, 14. September 2013, ganztägige Exkursion

Vulkan Dome, Mendig / Apollinariskirche, Remagen
Leitung: Herr Friedhelm Haas


Wieder einmal hatten  wir uns mit unserer regionalen Erdgeschichte und mit einem sakralen Bau unserer Region befasst. Die Exkursion führte zunächst nach Mendig. Auf dem Wege dorthin erfuhren wir einige interessante geologische Details zum Siebengebirge und zum Brohltal. In Mendig wurden uns das Deutsche Vulkanmuseum (Lava-Dome), der Lava-Keller und die Museumslay (Steinmetztradition) durch sachkundige Führer vorgestellt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging die Fahrt weiter zur Apollinariskirche nach Remagen.
Schon Jahrhunderte lang kommen Menschen zum Apollinarisberg um zu beten, um Ruhe zu finden oder um die außergewöhnliche Kirche zu besichtigen. 850 Jahre wirkten dort die Benediktiner, ab 1857 bis 2006 die Franziskaner und seit 2007 die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe. Eine Ordensschwester brachte uns in einer Führung die Besonderheiten der Kirche nahe und erläuterte später die Geschichte des Ordens. Während der Kaffee und Kuchen-Pause im Kloster auf dem Forum hatten wir einen wunderschönen Blick in das Rheintal und die Reste der Brücke Remagen.



Nur für Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen der GGS
Im Juli 2013, Schule im Zehnthaus (Di. 16.07.)

Schule im Zehnthaus für alle dritten Jahrgangsstufen der Ganztagsgrundschule "GGS Am Zehnthof"
mit GGS Lehrerinnen und Klaus Peter Scholz



Donnerstag, 11. Juli 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Georg Mölich
Das Rheinland – Begriff und Sache in historischer Perspektive

Nicht weit von Odendorf und Essig entfernt steht an der B 56 nahe Kuchenheim ein stark verwitterter Meilenstein. Er markiert die dritte Meile der etwa 72 km langen Preußischen Bezirksstraße von Bonn nach Schleiden, die 1823 angelegt wurde, ein stummer Zeuge der von den Preußen „geschaffenen“ Rheinprovinz. Ein bedarfsgerechtes Straßensystem sollte die Infrastruktur für einen fortschrittlichen Staat begründen. Die Chausseen dienten der Verwaltung und dem Transportwesen. Die Karte der preußischen Rheinprovinz umfasst in etwa eine Region, die wir heute „Rheinland“ nennen.
Was aber verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff?
Kann eine Verwaltungsgrenze dazu führen, dass die Menschen am Rhein sich als Rheinländer und Rheinländerinnen fühlen?
Wurde nicht schon, bevor die Preußen das Regiment übernahmen, vom Rheinland gesprochen?
Wir können das Rheinland geographisch, politisch, kulturell oder historisch betrachten. Aus dem jeweiligen Blickwinkel lässt sich verfolgen, wie sich die Vorstellung vom Rheinland als politischer und kultureller Einheit weiter entwickelt hat und was heute unter Rheinland und rheinischer Geschichte zu verstehen ist.
Unser Referent, Georg Mölich, arbeitet am Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbands Rheinland. Als Historiker befasst er sich seit vielen Jahren mit diesem Themenfeld. In seinem Vortrag wird er die vielfältigen Aspekte des Begriffs erläutern.



Samstag, 29. Juni 2013, ab 14 Uhr, Zehnthofplatz

Dorffest und Kirmes - Ausrichter: Alle Odendorfer Vereine
Der Zehnthausverein war mit drei Ständen vertreten, Mittelalterlicher Pendelwurfstand, Natur-Quiz, Töpferstand.

Sonntag, 30. Juni 2013, 10 - 13 Uhr, Zehnthofplatz
Dorffest und Kirme
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KASPERLE kam zum Dorffest nach Odendorf im Zehnthaus
Am Samstag, 29. Juni 2013 spielten Bettina Bünte und Astrid Westermann vom Kasperteam  KINDERKURSE UND VORSCHULE SWISTTAL e.V.
das Stück "KASPER und die merkwürdige Prinzessin".


Mittwoch, 12. Juni 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Andreas Schmickler
Die Aachen-Frankfurter Heerstraße
Handels-, Pilger-, Krönungsweg

Ein gut ausgebautes Wegenetz fand sich in der Gegend um Odendorf/Essig bereits in römischer Zeit. Im Mittelalter wurde der Verlauf dieser Straßen verändert und ergänzt. Neu entstandene Herrschaftszentren erforderten neue Verbindungsstraßen. So wurde in karolingischer Zeit eine wichtige Verkehrsader angelegt, die als Handels– und Heerstraße diente. Von Flandern führte sie über Aachen, Düren, Sinzig und Koblenz bis nach Frankfurt am Main. Auf diesem auch „Krönungsstraße“ genannten Weg zogen die designierten römisch-deutschen Könige vom Ort ihrer Wahl, Frankfurt, zur Krönung nach Aachen. Die Straße wurde ebenso als Pilgerweg genutzt. Um Unterkunft und Versorgung an der Strecke zu gewährleisten wurde z.B. 1432 das Kloster Marienstern in Swisttal-Essig mit Pilgerhospital und Armenfriedhof errichtet.

Archäologie wie Luftaufnahmen ermöglichen heute eine recht genaue Rekonstruktion des Verlaufs dieser Straße.

Unser Referent, Andreas Schmickler, setzt sich für den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft ein. Als Heimatforscher dokumentiert er den Verlauf der Aachen-Frankfurter Heerstraße. Von ihm gestaltete Informationstafeln an der Strecke geben Einsicht in einen interessanten Abschnitt der Regionalgeschichte.



Samstag, 25. Mai 2013 - Exkursion
Die mittelalterliche Stadt Zons und Schloss Benrath jeweils mit Führung
Leitung: Dr. Swen Holger Brunsch

Die historisch bedeutsame Stadt Zons und das Schloss Benrath bei Düsseldorf sind Ziele der Bus-Exkursion des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig.
Unter der Leitung von Dr. Swen Holger Brunsch startete die Gruppe  vom Odendorfer Zehnthofplatz und fuhr nach Zons. Dieser Dormagener Stadtteil gilt wegen seines hervorragenden Erhaltungszustands als einzigartiges Beispiel einer befestigten mittelalterlichen Stadt im Rheinland und wird daher das „rheinische Rothenburg“ genannt.
Bei einem ca. eineinhalbstündigen Stadtrundgang lernten die Teilnehmer die Sehenswürdigkeiten der Stadt Zons kennen.
Nach dem Mittagessen wechselt die Gruppe auf die rechte Rheinseite und besichtigt das Schloss Benrath, ein ehemaliges Lust-, Jagd- und Gartenschloss. Führungen durch das Schloss und den angrenzenden Park vermitteln die Lebenswelt des Hochadels in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Es blieb Zeit für den Besuch weiterer Museen und nicht zuletzt des Schlosscafés.

Dienstag, 14. Mai 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Peter Honnen
Warum man sich den Pips holt.
Europäische Sprachwurzeln im Rheinischen

Über Europäische Sprachwurzeln im Rheinischen sprach Peter Honnen vom Landschaftsverband Rheinland im Zehnthaus Odendorf. Die rheinische Umgangssprache und die rheinischen Dialekte gelten bei ihren Sprecherinnen und Sprechern gemeinhin als sprachliches Sammelbecken. Alle Völker, die einmal als Eroberer, Siedler, Nachbarn oder Gastarbeiter ins Rheinland kamen, haben hier ihre Spuren hinterlassen: Kelten, Römer, Franken, Franzosen, Italiener, Polen oder auch Niederländer. Honnen ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob diese Einschätzung tatsächlich stimmte und wie diese sprachlichen Einflüsse aussahen. Welches waren die sprachlichen Wurzeln, wenn wir von klabastern, dem Pips, pingelig, von Rodongkuchen, Buhai, Kinkerlitzchen oder putekrämpich reden? Seine Erklärungen waren stichhaltig wie humorvoll.

Dienstag, 9. April 2013, 20 Uhr, Zehnthaus

Vortrag: Tom Steinicke
Die Belgier in Euskirchen – Pommes, Panzer und Pralinen


Die Belgier übernahmen 1946 von den Briten die Befehlsmacht in Euskirchen. Diese Befehlsmacht stellte das kleine Land Belgien personell vor infrastrukturelle Schwierigkeiten. Erschwernisse ergaben sich mit den Briten über die Zuständigkeiten bei Grenzkontrollen oder Requisitionen, also der Beschlagnahmung von zivilen Sachgütern für Heereszwecke. So wurde beansprucht, was noch einigermaßen zu gebrauchen war, - keine einfache Zeit für die hiesige Bevölkerung.
1951 kamen die „Lanciers“, die Lanzenträger, nach Euskirchen und die Kreisstadt wurde Garnisonsstadt. Zeitweise lebten über 4000 belgische Soldaten und ihre Angehörigen hier, was damals einem Bevölkerungsanteil von rund 20 Prozent entsprach. Die belgischen Siedlungen im Auel, in der Süd- und Nordstadt sowie im Bereich der Dürener Straße entstanden Anfang der 1950er Jahre. Nach 25 Jahren verließen 1976 die Lanciers die Stadt. 1985 räumten die letzten belgischen Soldaten das Feld.
So verließen mit den belgischen Soldaten nach 40 Jahren Freunde Euskirchen, die leider zuvor unvermittelt zu Kriegsgegnern gemacht wurden.
Die Bundeswehr übernahm 1981 die belgische Kaserne
sowie deren Stützpunkte in und um Euskirchen. Die Kreisstadt wurde wieder "Garnisonsstadt", heute spricht man von Standort.


Donnerstag, 7. März 2013, 20 Uhr, Zehnthaus
Musikabend: Chansons & Piano mit Lotte Gaertig als Lise Lotte Lafleur sang sie französische Chansons und begleitete sich selbst am Piano.

Auszüge aus den CDs LC11843 (2012) und LC01707 (2009).
Der Musikabend der Sängerin und Pianistin, Lotte Gaertig, war ein musikalischer Genuß. Geschichten zu Frankreich, dem Leben, der Liebe und den Liedern verbunden mit der sprühenden Lebensfreude der Sängerin, verzauberten - wie ihre schöne Stimme. Ausgewählte französische Chansons aus den 20er Jahren bis heute zogen die Besucher in den Bann der Sängerin, Lise Lotte Lafleur.


Montag, 4. Februar 2013, 19.30 Uhr, Zehnthaus

Mitgliederversammlung

Mittwoch, 9. Januar 2013, 19.30 Uhr, Zehnthaus

Neujahrsempfang des Vereins Zehnthaus e. V.
Denkmäler sind sinnvoll zu nutzen
Das Jahresprogramm des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf / Essig startete wieder mit einem Neujahrsempfang. Hierzu lud der Verein alljährlich seine Mitglieder, Freunde und Förderer ein, um sich bei ihnen für die Unterstützung der Vereinsarbeit zu bedanken. Außer Vereinsmitgliedern waren zahlreiche Vertreter aus der Kommunalpolitik der Einladung gefolgt, so Bürgermeister Eckhard Maack, Ratsmitglieder, Ortsvorsteher, Vorsitzende befreundeter Vereine und Vertreter von Unterstützern.

Im Mittelpunkt der Ansprache der Vereinsvorsitzenden Dr. Maria Burger stand die im Denkmalschutzgesetz NRW niedergelegte, auch für den Zehnthausverein geltende Aufgabe, das „Denkmal ... zu schützen, zu pflegen, sinnvoll zu nutzen und wissenschaftlich zu erforschen“. Dabei hob Burger besonders auf den Aspekt der sinnvollen Nutzung ab. Ein Lagerhaus, als das es einstmals gebaut wurde, sei das Zehnthaus nicht mehr. Dennoch habe es seinen Charakter als öffentliches Gebäude wieder gefunden. Nachdem die die Gemeinde die Nutzung auf den Zehnthausverein übertragen hatte, wird es von Bürgerinnen und Bürgern Odendorfs, ganz Swisttals und auch aus den umliegenden Gemeinden genutzt. Dabei stehe das kulturelle Angebot mit Vortrags- und Musikveranstaltungen sowie die Unterstützung von Veranstaltungen „im Dorfinteresse“ im Vordergrund. Aber auch die preisgünstige Vermietung von Räumen für Feiern aller Art sei ein wichtiges Angebot des Vereins. Schließlich sei das Zehnthaus ein offenes Haus. Hier treffe sich nicht ein elitärer Zirkel; es werde für alle etwas geboten. Besonders das hier beheimatete Landfrauencafé habe sich zu einem beliebten Bürgertreff entwickelt, das aus dem Odendorfer Geschehen nicht mehr wegzudenken sei.



Bisher erfolgte Veranstaltungen in 2012

Dienstag, 04. Dezember 2012, 19.30 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Dr. Josef Muhr, am Piano begleitet Thomas Michels.
Hellije Naach – Ne Weihnaachsverzäll


Eine gelungene kölsche Verserzählung mit musikalischen Einlagen, die im ausverkauften Zehnthaus ausnahmslos Freude in die Gesichter der Zuschauer zauberte.
Der Dichter Ludwig Thoma hat die Weihnachtsgeschichte in seiner oberbayerischen Mundart vor 100 Jahren umerzählt. Der Mundart-Autor Dr. Muhr übertrug diese Weihnachtslegende in unser rheinisches Idiom. Auch verlegt er die weihnachtliche Geschichte von Nazareth und Bethlehem in die verschneite Hocheifel nach "Natteroth" und "Beddelhem".
Dr. Muhr trugt seine Verserzählung in reinem und wunderbar authentischem Kölsch vor. - Auch die von Ludwig Thoma eingestreuten, bayerischen Liedeinlagen hat Dr. Muhr augenzwinkernd ins rheinisch-kölsche „Milljöh“ übertragen.
Wie im biblischen Text die Herzen der Reichen verstockt sind, so begreifen auch in Muhrs kölscher Übertragung nur die einfachen und armen Leute das eigentliche Wunder der Heiligen Nacht.
Hier geschieht das Wunder Weihnachten mal anders …



Fr.-So., 30. November – 02. Dezember 2012, Zehnthaus
Kunstausstellung im Zehnthaus unter der Schirmherrschaft des Vereins Zehnthaus e.V.
31. Kunstausstellung im Zehnthaus in Odendorf
Die Vernissage fand am Freitag, dem 30.11.2012 und die Ausstellung am Samstag, dem 1.12.2012 und am Sonntag, dem 2.12.2012 statt.
Unter der Schirmherrschaft des Zehnthausvereins luden zehn Künstler und Künstlerinnen am ersten Adventswochenende wieder zur Kunstausstellung ins historische Zehnthaus.
Die Kunstschaffenden aus der Region präsentierten in dem stilvollen Rahmen, den das denkmalgeschützte Gebäude bietet, ihre vielfältigen Arbeiten.
Neben einigen aus früheren Ausstellungen bereits bekannten und beliebten Künstler/innen (A. Leufgens ( Malerei), A. Steckelbroek (Keramik), B. Scheffler (Holzarbeiten), H.-J. Thierfeld (künstlerische Bildbearbeitung) und S. Lunau (handgefertigte Glasperlen und Schmuck), K. Donath (Quilts und Patchwork) wurde das Spektrum der Arbeiten von bekannten Künstlerinnen bereichert, die zum ersten Mal im Zehnthaus zu sehen waren: Chr. Rücker (Skulpturen), H. Lunau und H.Ebermann (Porzellanmalerei), M. Rübenach (Skulpturen und Malerei) sowie U. Kür (Textile Objekte).


Donnerstag, 22. November 2012, 20 Uhr, Zehnthaus, Kammerkonzertabend mit dem Schöbel-Quartett

Für den Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig ist es gute Tradition, seine Mitglieder, Freunde und Förderer im vierten Quartal eines jeden Jahres zu einem Kammerkonzert mit dem Schöbel-Quartett einzuladen.

Programm
Joseph Haydn, Streich-Quartett op. 64 (Lerchenquartett) D-Dur, Satz 1-4, Allegro moderato, Adagio Cantabile, Menuett Allegro - Trio, Finale Vivace.

Dmitri Schostakowitsch, op. 36a, Elegie – Adagio / Polka - Allegretto

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Streich-Quartett Nr. 1 Es-Dur op. 12, Sätze: Adagio non troppo - Allegro non tardante, Canzonetta. Allegretto, Andante espressivo, Molto allegro e vivace.

Es spielten Heinz Schöbel (Violine), Josef Fierlbeck (Violine), Gertrud Schmidt (Viola) und Berenike Langmaack (Violoncello).


Zusatztermin
Dienstag, 6. November 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Referent: Prof. Horst Schuh

Thema: Der Odendorfer Feldflugplatz
Wegen der sehr großen Nachfrage bieten wir diesen zusätzlichen Vortragstermin an.
Bitte beachten Sie: Einlass ist ab 19 Uhr.
Am Eingang zum Zehnthaus werden Zählkarten entsprechend der Anzahl der Sitzplätze ausgegeben. Wir bitten um Verständnis, dass nicht mehr Personen eingelassen werden können, als Sitzplätze im oberen Saal zur Verfügung stehen.
Manche Odendorfer erinnern sich noch daran, dass es in unserem Ort von 1939 bis 1945 einen Feldflugplatz gab. Er war auf Weisung des Luftgaukommandos VI, Münster / Westfalen, 1938/39 als große unbefestigte Rasenfläche zwischen dem Bendenweg und Palmersheim beidseitig des Schießbachs angelegt worden. Kommandantur, Fahrzeugpark, Unterkünfte, Wartungsgebäude, getarnte Abstellplätze gehörten unter anderem dazu. Jahrelang schritt später der Kampfmittelräumdienst die Ackerschollen ab auf der Suche nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Unser Referent, Prof. Horst Schuh, hat die Geschichte dieses Flugplatzes anhand von schriftlichen Unterlagen und Zeitzeugenaussagen untersucht. Warum wurde der Flugplatz eingerichtet? Welche Bedeutung hatte er tatsächlich? Welche Flugzeuge landeten hier? In seinem Lichtbildervortrag wird Prof. Schuh diesen Fragen nachgehen.
Für die Odendorfer Neubürger wird in diesem Vortrag ein interessanter Aspekt der Ortsgeschichte veranschaulicht.


Donnerstag, 25. Oktober 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Dr. Carl Körner
Faszinierende Wirkungen von Kunstwerken
Powerpoint-Präsentation

Der Kunst widmete sich der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig an diesem Vortragsabend. Dr. Carl Körner spracht am Donnerstag, 25.Oktober 2012, 20.00 Uhr, im Zehnthaus, Am Zehnthof 1, über „Faszinierende Wirkungen von Kunstwerken“.
Unsere Augen sehen keine Bilder; die entstehen im Gehirn. Unsere Wahrnehmung ist abhängig vom Alter und dem Erfahrungsschatz. Kinder sehen anders als Erwachsene, ein Ideologe anders als ein weltoffener Mensch, ein Wissender anders als ein Unwissender.
Das gilt besonders bei komplexen Bildern, sei es in der Werbung oder in der Kunst.
Farbwirkungen sprechen unmittelbar an, aber die Wirkungen können unterschiedlich sein. Die blaue Mantelfarbe bei Mariendarstellungen muss symbolisch und auch soziologisch erklärt werden, sonst kann man die Bedeutung nicht verstehen und nimmt nur das Blau wahr. Wie Farben beeinflussen auch Formen unsere Wahrnehmung.
Diese und ander
e Zusammenhänge unserer Wahrnehmung wurden anhand von Bilderbeispielen aus der Kunst aufgezeigt, z. B. auch, in welchem Bedeutungszusammenhang das scheinbar unscheinbare Veilchen wahrgenommen werden kann.


Dienstag, 25. September 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Prof. Horst Schuh,
Thema: Der Odendorfer Feldflugplatz


Manche Odendorfer erinnern sich noch daran, dass es in unserem Ort von 1939 bis 1945 einen Feldflugplatz gab. Er war auf Weisung des Luftgaukommandos VI, Münster / Westfalen, 1938/39 als große unbefestigte Rasenfläche zwischen dem Bendenweg und Palmersheim beidseitig des Schießbachs angelegt worden. Kommandantur, Fahrzeugpark, Unterkünfte, Wartungsgebäude, getarnte Abstellplätze gehörten unter anderem dazu. Jahrelang schritt später der Kampfmittelräumdienst die Ackerschollen ab auf der Suche nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Unser Referent, Prof. Horst Schuh, hat die Geschichte dieses Flugplatzes anhand von schriftlichen Unterlagen und Zeitzeugenaussagen untersucht. Warum wurde der Flugplatz eingerichtet? Welche Bedeutung hatte er tatsächlich? Welche Flugzeuge landeten hier? In seinem Lichtbildervortrag wird Prof. Schuh diesen Fragen nachgehen.


Samstag, 01.09.2012, ganztägige Exkursion zum Radioteleskop Effelsberg und zur Historischen Sternwarte Astropeiler Stockert

Der Eine oder die Andere mag das Radioteleskop Effelsberg schon einmal „von oben“ gesehen haben. Bei unserer Exkursion erhielten wir im Info-Pavillon fachkundige Informationen durch einen Mitarbeiter des Instituts. Der Astropeiler auf dem Stockert dagegen ist weniger bekannt. Mit ihm begann 1956 die radioastronomische Großforschung in Deutschland.
Nach 39 Jahren Nutzung trennte sich die Universität Bonn von dem Observatorium, das heute unter Denkmalschutz steht und von einem Förderverein betreut wird. Bei unserem Besuch wurden nicht nur mit dem 25-m- Spiegel Messungen durchgeführt; es wurde auch die Arbeit mit dem 10-m-Spiegel demonstriert. Ebenso interessant waren die Messgeräte aus der Zeit von 1956, die wir im Museum vor Ort sehen konnten, natürlich mit fachkundiger Erläuterung
.

Im Rahmen dieser Exkursion wurde neben den beiden radioastronomischen Einrichtungen sozusagen als Kontrastprogramm auch ein kulturhistorisches Kleinod besucht, nämlich eine kleine Eifelkirche in Kirchsahr.

Samstag, 30. Juni 2012, ab 14 Uhr
Sonntag, 01. Juli 2012 bis 14 Uhr
Dorffest & Kirmes auf dem Zehnthofplatz

Ausgerichtet wird diese Veranstaltung von allen Odendorfer Vereinen. Auch der Verein Zehnthaus war mit den "Kindermagneten" unserem Töpferzelt und Pendelwurfstand sowie (neu) einem Natur-Quiz Pavillon vertreten.

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."
(Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph, Dichter und Philologe)
 
Freitag, 22. Juni 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Musikabend mit dem Amati-Trio
Musik des 18./19. Jahrhunderts
 
Das Amati Trio spielt Musik aus der Schubertzeit. Dabei gelingt es dem Trio mit ihrer Instrumentierung große Klangbilder zu schaffen. Die überraschend orchestral dichte Klangwirkung von Flöte, Violine/Viola und Gitarre vermag es, ihr Publikum zu faszinieren.
                              
Bild: Amati Trio
                  Klemens Salz, Querflöte     Ingmar Meissner, Violine, Viola
                                          Martina Kölle, Gitarre

 
Einem breiten Publikum unbekannte, aber dennoch hörenswerte klassische Musik steht im Zehnthaus Odendorf, Am Zehnthof 1, auf dem Programm. Auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig gibt das Amati-Trio mit Klemens Salz (Querflöte), Ingmar Meissner (Violine und Viola) und Martina Kölle (Gitarre) ein Kammerkonzert. Das Trio setzt sich aus Lehrkräften der Musikschulen Meckenheim-Rheinbach-Swisttal und Sankt Augustin zusammen; es konzertiert seit Jahren als Ensemble.
Zur Aufführung kommen Stücke von Kaspar Kummer (1795–1870), Francesco Molino (1768–1847) und Antonio Diabelli (1781–1858). Um 1800 war das Biedermeier die Blütezeit des kleinen Auditoriums, des bürgerlichen Salons, in dem die Kammermusik ihr ideales Feld fand. Die Gitarre trat hier oft an die Stelle des Hammerklaviers, dem sie klanglich ebenbürtig war. Martina Kölle wird dies deutlich machen.

Mittwoch, 30. Mai 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag von Dr. Swen Holger Brunsch
Vom Stromberg ins Peterstal.
Gründung und Anfangsjahre des Klosters Heisterbach

Beliebtes Ziel für Wanderungen im Siebengebirge ist die Klosteranlage Heisterbach. Beeindruckend erhebt sich die Chorruine vor dem Betrachter – und vermittelt doch nur eine Ahnung von den Ausmaßen, die die Kirche einst hatte. Im Rahmen der Regionale 2010 wurden umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Zisterzienserabtei durchgeführt, um diese bedeutende Klosterlandschaft neu erfahrbar zu machen. Wie hat das angefangen, was Historiker und Archäologen heute dem Besucher wieder präsentieren?

Gründung und Anfangsjahre des Klosters Heisterbach wird der Historiker Dr. Swen Holger Brunsch in seinem Vortrag für uns nachzeichnen. Beispielhaft lässt sich zeigen, welche Bedeutung die mittelalterlichen Klostergründungen hatten und wie sie eine Region prägten.
Vielleicht lassen Sie sich durch das, was Sie im Vortrag erfahren werden, anregen, einen Ausflug zur Klosteranlage Heisterbach zu unternehmen.


Samstag, 12. Mai 2012, Exkursion - Xanten
Exkursionsleitung:
Dr. Gerhard Bauchhenß

Römische Geschichte – interessant präsentiert
Exkursion des Zehnthausvereins nach Xanten

Swisttal-Odendorf. – Nach dem Vortrag über römische Amphitheater in Germanien bot der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig seinen Mitgliedern, Förderern und Freunden die Gelegenheit, sich auch vor Ort über die römische Kultur zu informieren. „Vor Ort“ bedeutete eine Exkursion nach Xanten am Niederrhein, wo u. a. Amphitheater besucht wurden. Das Angebot wurde von zahlreichen Interessenten genutzt, zumal wie schon beim Vortrag der Archäologe Dr. Gerhard Bauchhenß als Exkursionsleiter dabei war. „Da muss man einfach mitfahren. Der Mann hat ein so phantastisches Wissen, und er kann das so toll rüberbringen. Diese Chance nicht zu nutzen wäre unverzeihlich“, meinte eine Mitreisende.
Erste Station war das ehemalige Legionslager Bertuna, heute Birten, um 70 n. Chr. mit 8.000 bis 10.000 Legionären besetzt. Das Amphitheater hatten sich viele größer vorgestellt; aber es waren ja nicht alle Legionäre ständig in Bertuna. Weiter ging’s zur Station zwei, dem Archäologischen Park Xanten (APX), wo Bauchhenß anhand eines APX-Modells die Lage der zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten erläuterte. So marschierte die Gruppe zuerst zu den Resten des restaurierten Hafentempels, wo oben die imposanten Säulen und unterhalb der Bodenplatte die schon zu Römerzeiten technisch hoch entwickelten Fundamente bestaunt werden konnten. Nächste Ziele waren Ausstellungen römischer Grab- und Matronensteine, Modelle zeitgenössischer Abwasserkanalisation sowie römischer Wasserleitungen. Dann ging es zum „großen“ Amphitheater innerhalb des APX, viel massiver, beeindruckender und größer als das in Birten. Wobei man einräumen muss, dass dies kein historischer Bau ist, sondern sehr viel später nach alten Vorlagen errichtet wurde.
Nach dem Mittagessen in der „Römischen Herberge“ führte Dr. Bauchhenß die Exkursionsteilnehmer in zwei Teilgruppen durch das Römermuseum. Auch hier wieder die Bestätigung: man braucht ihn nur anzutippen und schon sprudeln die Informationen. Zum Abschluss erkundete die Gruppe auf eigene Faust die Xantener Innenstadt, wobei die meisten Teilnehmer die Gelegenheit nutzten, sich den Dom Sankt Viktor mit seinen prächtigen Altären, der Märtyrer-Krypta usw. anzuschauen.
Die Exkursion stellte an die Fitness der Teilnehmer einige Anforderungen, bot aber auch viele interessante Informationen und Erfahrungen. Ein Teilnehmer zog seine Bilanz so: „Ich bin froh, mitgefahren zu sein. Es wurde unheimlich viel geboten – nicht zuletzt auch was die Betreuung durch die Organisatoren und das leibliche Wohl betrifft. Da fehlte es an Nichts.“


„Panem et circenses“
Amphitheater für das römische Militär

Donnerstag, 3. Mai 2012, 20.00 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Dr. Gerhard Bauchhenß,

Brot und Spiele für das Volk
Dr. Gerhard Bauchhenß referierte im Zehnthaus

Swisttal-Odendorf. – Nicht nur die römischen Kaiser, Militärs und Politiker veranstalteten Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Auch Beamte und Priester traten als Organisatoren auf. Sie wollten sich die Gunst des Wählervolkes sichern, indem sie sich als Veranstalter solcher „Events“ einen guten Namen machten. Panem et Circenses, Brot und Spiele, war das Zauberwort. Die Römer hatten sich damals von stolzen, ihrer Macht bewussten Wählern zu einer durch gutes Leben und Vergnügen beeinflussbaren Masse entwickelt, die kaum noch auf die Respektierung ihrer demokratischen Rechte Wert legte. So stellte nach dem Tod eines römischen Bürgers ohne vorangegangenes Gerichtsurteil um 55 n. Chr. ein römischer Philosoph fest, dass das Volk letztlich nur noch an Brot und Zirkusspielen interessiert sei. Diese fanden meist in den Amphitheatern der Militärlager und der Städte statt und boten dem Veranstalter Gelegenheit, seine Macht zu demonstrieren, berichtete der Archäologe Dr. Gerhard Bauchhenß im Odendorfer Zehnthaus.
Die Mehrheit der Kämpfer waren Sklaven, die von den Veranstaltern für die Kämpfe ausgebildet wurden. Schließlich sollten sie in der Arena dem Publikum „schöne“ Kämpfe zeigen, die Chance haben, den Gegner zu besiegen und damit ihr Leben zu erhalten. Das war auch im Interesse des Veranstalters, wenn er den Kämpfer nur „gemietet“ hatte und im Falle seines Todes nicht nur die Miete, sondern den Wert des jetzt Toten bezahlen musste. Neben den Gladiatoren waren in der Arena meist auch Schiedsrichter. Um das Vergnügen für das Publikum zu erhöhen, kamen oft auch Musiker mit Orgeln, Hörnern, Fanfaren usw. hinzu.
Das erste Amphitheater entstand um 30 v. Chr. in Rom als Holzbau. Dazu wurde die Arena ausgeschachtet und der Erdaushub rund herum als Wall aufgetürmt. Hierauf errichtete man stufenweise die Zuschauerplätze. Später kamen auch Steinmauern hinzu. Der Durchmesser der Arena betrug oft mehrere hundert Meter.

Dienstag, 27. März 2012, 20 Uhr, Zehnthaus
Vortrag: Norbert Knauf

Von Goldschätzen, Glücksrittern und dem "Eifeler Goldrausch"

Die einzige Möglichkeit, an Gold zu gelangen, waren Bodenschätze. Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch vor unserer Haustür wurde nach Gold geschürft: Schon die Kelten und Römer haben in der Eifel nach Gold gesucht. In der Barockzeit, im 18. Jahrhundert, nahm die Suche nach dem Gold der Eifel groteske Formen an. Als man dann an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die verschollenen Fundplätze der Kelten wieder entdeckte, setzte in der Eifel ein wahrer „Goldrausch“ ein.
Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch vor unserer Haustür wurde nach Gold geschürft:
Schon die Kelten und Römer haben in der Eifel nach Gold gesucht. In der Barockzeit, im 18. Jahrhundert, nahm die Suche nach dem Gold der Eifel groteske Formen an. Als man dann an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die verschollenen Fundplätze der Kelten wieder entdeckte, setzte in der Eifel ein wahrer „Goldrausch“ ein.


Die einzige Möglichkeit, an Gold zu gelangen, waren Bodenschätze. Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch vor unserer Haustür wurde nach Gold geschürft: Schon die Kelten und Römer haben in der Eifel nach Gold gesucht. In der Barockzeit, im 18. Jahrhundert, nahm die Suche nach dem Gold der Eifel groteske Formen an. Als man dann an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die verschollenen Fundplätze der Kelten wieder entdeckte, setzte in der Eifel ein wahrer „Goldrausch“ ein.


Mittwoch, 07. März 2012, 20.00 Uhr, Zehnthaus

Referent: Karl-Heinz Beier
Lebendige Gewässer: Die Swist – der längste Bach Europas

Die Swist entspringt bei Kalenborn im Ahrgebiet und fließt auf einer Länge von 43,6 Kilometern durch die Voreifel entlang der Ville durch Meckenheim, Flerzheim, Morenhoven, Heimerzheim und Metternich. Zwischen Weilerswist und Bliesheim mündet sie schließlich in die Erft. Damit gilt sie als längster Bach Europas. In die Schlagzeilen kommt das Gewässer, das der Gemeinde Swisttal ihren Namen gab, regelmäßig durch gefährliche Hochwasserereignisse.

Diplom-Ingenieur Karl-Heinz Beier vom Erftverband koordiniert Projekte, die in den kommenden Jahren zu einer ökologischen Aufwertung der Swist führen sollen. Hochwasserschutz, Renaturierung, Förderung der Pflanzen- und Tierwelt am Bachlauf stehen in der Planung. Im Vortrag hat er uns die Möglichkeiten und Schwierigkeiten eines solchen „Fitnessprogramms“ für die Swist erläutert.

Ob die Swist wirklich der längste Bach Europas ist, blieb offen. Schon die Frage, ob die Swist ein Fluss oder ein Bach ist, gibt es unterschiedliche Meinungen. Auf jeden Fall ist sie ein interessantes Gewässer.

Dafür standen die zahlreichen Besucher, die Karl-Heinz Beiers Lichtbildvortrag im Odendorfer Zehnthaus erleben wollten. Der Diplom-Ingenieur vom Erftverband berichtete Interessantes über die mit immensen Schäden verbundenen Swist-Hochwasser von 1961 und 1984 sowie die wahrscheinlich durch die Gewässerschutz-Maßnahmen verhinderten Überschwemmungen in anderen regenreichen Jahren. Beier machte aber auch deutlich, dass Hochwasserschutz nicht – wie viele meinen – absoluter Schutz sei, sondern letztlich nur eine Minderung des Hochwasserrisikos. Angestrebt würde ein Hundertjahreswert an Sicherheit für geschlossene Ortslagen, nicht für die freie Landschaft. Ein Restrisiko bleibe immer und überall.


Dienstag, 07. Februar 2012, 19.30 Uhr, Zehnthaus
Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen

Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen

In diesem Jahr lud der Verein Zehnthaus e.V. seine Mitglieder zur Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen ein.

Maria Burger bleibt Vorsitzende
Wenige Änderungen beim Zehnthausverein
Es gab kaum Überraschungen bei der Vorstandsneuwahl des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig.

Nach zweijähriger Amtszeit hatten die Vorsitzenden Dr. Maria Burger und Konrad Biewald die Vereinsmitglieder dazu eingeladen, die Führungsmannschaft des Vereins für die beiden nächsten Jahre neu zu bestimmen. Dass es im Vorstand Veränderungen geben würde, war schon durchgesickert. Prof. Dr.-Ing. Horst Pippert hatte kurzfristig angekündigt, wegen anderweitigen Engagements nicht wieder zu kandidieren. Auch bei den Beisitzern zeichnete sich ab, dass Uta von Mallinckrodt und Dr. Georg-Ludwig Jäger aus familiären bzw. beruflichen Gründen nicht mehr kandidieren würden. So konnte sich die Vereinsführung schon im Vorfeld der Mitgliederversammlung nach neuen Kandidaten umsehen, vorbereitende Gespräche führen und der Mitgliederversammlung wieder ein komplettes Kandidatenteam präsentieren.

Nachdem Burger als Erste Vorsitzende einen Rückblick auf die abgelaufene Wahlperiode gehalten, die Kassenprüfer dem Kassierer eine vorbildliche Kassenführung bestätigt und die Mitgliederversammlung den bisherigen Vorstand entlastet hatten wurde der Vorstand neu gewählt. Unter der zügigen und routinierten Leitung von Michael Gadow bestimmte die Mitgliederversammlung jeweils ohne Gegenstimmen folgenden Vereinsvorstand: Erste Vorsitzende Dr. Maria Burger, Zweiter Vorsitzender Konrad Biewald, Kassierer Georg Henning, Schriftführer Klaus Scholz (alle Wiederwahl), Kulturwart Dr. Swen Holger Brunsch (neu) sowie als Beisitzer Elke Marion Utecht (Wiederwahl) und Friedhelm Haas (neu). Die bisherigen Kassenprüfer Richard Bulheller und Dieter Schmitz werden auch weiterhin ein wachsames Auge auf die Kassenführung haben.


Montag, 9. Januar 2012, 19.30 Uhr, Zehnthaus
Neujahrsempfang des Vereins Zehnthaus e.V.

Dank für die Unterstützung durch die „Neuen Pfade“

Zahlreiche Gäste aus der Kommunalpolitik, den Kirchen, von ehrenamtlich Tätigen, aber auch Mitglieder des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig nutzten beim Neujahrsempfang des Kulturvereins die Gelegenheit zum Gespräch.

In diesem Jahr hatte der Zehnthausverein zum sechsten Mal eingeladen und konnte sich wieder einer guten Resonanz erfreuen. In ihrer Begrüßung stellte die Erste Vorsitzende, Dr. Maria Burger, einen der Vereinszwecke in den Vordergrund, nämlich „die Erforschung und Dokumentation der Geschichte des Zehnthauses sowie der Orte Odendorf und Essig in der Gemeinde Swisttal“. Daher sei es dem Verein ein Anliegen, das Wissen der „Alt-Odendorfer“ und „Alt-Essiger“ zu bewahren, damit dies für die folgenden Generationen erhalten werden könne. Hierfür stehe das Vereinsprojekt, „Erinnerungen zu sammeln und so aufzuarbeiten, dass sie nicht verloren gingen“. Der Vereinsvorstand sehe sich insofern als Dienstleister für Odendorf und Essig, sei aber auf Informationen und Zuarbeit angewiesen und rufe zum Mitmachen auf.

Einen Dank wolle Frau Burger aber schon jetzt anbringen, nämlich bei den „Neuen Pfaden“. Diese Organisation hätte in der Vergangenheit tatkräftig am Zehnthaus gearbeitet und damit dem Zehnthausverein bzw. der Gemeinde viele Ausgaben erspart. Sie freue sich daher, auch die Herren Peter Beyer und Werner Gerhards von den „Neuen Pfaden“ willkommen heißen zu können und wies angesichts der Mittelkürzungen durch die öffentliche Hand auf eine Spendenbox zugunsten dieser Bürgerinitiative hin.

Musikalisch eingestimmt und begleitet wurden die Gäste durch die Gruppe „Vielsaitig“, bevor sie sich dem Gespräch zuwandten.


Veranstaltungen Übersicht 2011

Veranstaltungen im 4. Quartal 2011