VEREIN ZEHNTHAUS e.V.
Swisttal-Odendorf/Essig     

Zehnthaus, Am Zehnthof 1, 53913 Swisttal-Odendorf


Das Zehnthaus und seine Geschichte

1481  erwarb das Trierer Kartäuserkloster St. Alban den Blankenheimer Hof der Herren
             von Dollendorf, Blankenheim, Schleiden und Manderscheid in Odendorph, den
             späteren Kartäuserhof. Das Kloster St. Alban lag am Fuß des Heiligkreuzberges
             unmittelbar südlich der Kaiserthermen und damit vor den Toren der Stadt Trier.
             Während der Reunionskriege wurde St. Alban 1674 niedergelegt, wie die meisten
            anderen vor den Stadtmauern Triers gelegenen Klöster. Befehl gab der französische
            Kommandant Pierre Comte de Vignory.

1726  baute das Nachfolgerkloster St. Bruno, damaligen Merzlich (heute Konz-Karthaus)
             auf der Kartäuserhofanlage das Zehnthaus zur Lagerung des Zehnten, einer

             Naturalabgabe der Landpächter an die Kartause und den Pfarrer des Dorfes. Das
             Zehnthaus ähnelt den Kornspeichern und Zeughäusern mittelalterlicher Städte.
             Seine massiven Außenwände bestehen aus Bruchstein. In beiden Geschossen hat
             es eine mittig in Längsrichtung durchlaufende massive Innenwand mit Bogenöff-
             nungen. Damit konnte die Spannweite der hölzernen Deckenbalken halbiert und
             so die Voraussetzung zur hohen Lastaufnahme geschaffen werden. In den ersten
             75 Jahren seines Bestehens diente das Zehnthaus dem ursprünglichen Bauzweck.

1810   wurde nach der Säkularisation des Kartäuserklosters auch der Kartäuserhof
             in Odendorf samt Zehnthaus öffentlich versteigert. Erwerber war Bartel Braben-
             der aus Essig, seinerzeit Gerichtsschreiber auf dem Friedensgericht in Rheinbach.

1842  erhielt seine Tochter das zum Wohnhaus umgebaute und mit neuen Nebengebäu-
             den zu einem Hof erweiterte Zehnthaus als Mitgift zur Heirat mit Andreas Knein.

1879  etwa erwarb der Ackerer Wilhelm Hubert Sturm das Zehnthaus und den Hof. Er
             baut das Gebäude weiter aus und setzt den Treppengiebel auf. Nach Einbau eines
             Zuganges von der Straße aus war dort von 1880 bis 1932 die Postagentur mit Fern-
             sprechstelle untergebracht. Letzte Besitzer waren Anna Mouchard, geb. Sturm
             und der Lehrer Heinrich Mouchard mit Tochter Edith.

1971  kaufte die Gemeinde Swisttal das Zehnthaus mit Hofgelände und Garten zur Gestal-
             tung eines Dorfplatzes in Odendorf. Das Zehnthaus stand leer und verfiel zu-
             sehend. Der Landeskonservator verhinderte letztlich den Abriss.

1974  gründeten 46 Bürger aus Odendorf und Essig am 22. März einen Verein zur Rettung
             des Zehnthauses. Initiator der Vereinsgründung, sein erster Vorsitzender und
             engagierter Förderer war der Odendorfer Arzt Dr. med. Johann Bayer.

1981  konnte das Zehnthaus der Gemeinde Swisttal am 19. Juli nach 7 Jahren kosten-
             intensiver Restaurierung im Beisein vieler Ehrengäste seiner neuen Bestimmung
             übergeben werden. Von der Presse wurde es zum Denkmal der Woche erklärt.

2000   wurde nach Beschluss des Gemeinderats mit der Dachsanierung und Neuein-
             deckung des Zehnthausdaches in Schiefer begonnen. Unter denkmalpflegerischen
             Vorgaben wurden die Deckenbalken und der Dachstuhl restauriert, teilweise er-
             neuert und die Decke über dem ersten Obergeschoß wieder mit einem Lehm/Stroh-
             Verbundputz versehen. Mit dieser umfangreichen Dachsanierung wurde Dank der
             einmütigen Unterstützung des Gemeinderates das Baudenkmal Zehnthaus für zirka
             Eur 150.000 erneuert; für die nächste Generation in seiner Bausubstanz gesichert.

2006  wurden die letzten Arbeiten zur Sanierung des Dachstuhls durch Einbringung einer
             Dämmschicht und eines begehbaren Holzfußbodens ausgeführt. Damit ist er gut
             belastbar und als Lager- und Stellraum nutzbar.            

2009  wurde eine barrierefreie Rampenzuwegung ins Zehnthaus realisiert.

          

 2010 wurden umfängliche Renovierungsarbeiten im Innenbereich des Zehnthauses
             durchgeführt und die Malerarbeiten im diesem Bereich abgeschlossen.

             Das äußerliche Erscheinungsbild wurde durch neue Holzfensterläden verschönert.
             Der Holzfussboden im Dachbereich sowie die Fußbodenbeläge wurden ergänzt.

 2011 Alle Räume einschl. Heizkörper auf allen Etagen wurden farblich überarbeitet.

 2012 Die Gemeinde Swisttal hat den Anschluss an die Fernwärmeversorgung                                  zugelassen und der Fernwärmeanschluss ins Zehnthaus wurde geschaffen. 
2013 Alle Säle im Zehnthaus erhielten Decken-Akustikelemente und der Anschluss
            des Fernwärmeanschlusses wurde in Betrieb genommen.
2014 Alle Türelemente und Türrahmen wurden farblich überarbeitet.

In der Planung sind 2016/7 Arbeiten an den Sprossenfensterrahmen (innen/außen sowie an Fensterbänken. Die Installation rückbaubarer Deckenlautsprecher in dem Vortrags-Saal im 1. OG sind ebensos vorgesehen.

             Geplante Projektarbeiten am Zehnthaus können hier eingesehen werden.